Petavatthu
Buch 3
5. Der Knabe
Sprecher:
Wie wunderbar ist des Willkomm’nen Kenntnis,
wie gut erklärt der Meister die Personen.
Verdienst kommt manchem zu in Menge,
und wieder and’re haben davon kaum ’was.Der Knabe hier, auf Leichenfelde ausgesetzt,
verbracht’ die Nacht an seinem Daumen lutschend.
Nicht Yakkhas, plagend Kriechtier auch nicht,
dem Knaben, der Verdienst gewirkt, konnten schaden.Die Füße leckten ihm hier wilde Hunde,
Schakale, Krähen ließen unberührt ihn.
Geburtsunreinheit nahmen Vogelscharen,
und Dohlen wischten sauber ihm die Augen.Es war da niemand, um ihm aufzuwarten,
auch keiner, der ihm Senfsamen und Arzneien gab,
nicht ward das Horoskop ihm hier gestellt,
nicht warf das Glückslos man hier über ihn.Ihn, der in solch Elend war gefallen,
in dunkler Nacht auf Leichenfelde ausgesetzt,
wie Klumpen frischer Butter schwankend,
gar zweifelhaft, ob er noch Leben barg,ihn sah der, den da Götter, Menschen ehren,
und mit gewalt’ger Weisheit sagte er voraus:
„Der Knabe hier in dieser Stadt wird
in höchste Sippe kommen, Reichtum haben.“Anhänger:
Wem gilt das Werk und wem der Brahmawandel,
warum hat gute Tat hier diese Reife,
nachdem solch Elend hatte ihn befallen,
und wie kommt künftig er zu solcher Macht?Sprecher:
Der Ordensschar, Erwachter an der Spitze,
erwies die Menge einst die höchste Ehr.
Nur einer dacht’ im Herze anders,
und harte, ungeziemend Worte äußert er.Doch solch Gedanken hat er bald vertrieben,
und später fand er Heiterkeit, Entzücken,
Erwachtem, der im Siegerwalde weilte,
versorgte sieben Tage er mit Reis und Grütze.Das war das Werk, das war der Brahmawandel,
von dieser guten Tat ist dies die Reife,
nachdem erst solch Elend hatte ihn befallen,
und so kommt künftig er zu solcher Macht.Nachdem in unsrer Welt er hundert Jahre lebte,
mit allen Wunschgenüssen reich verseh’n,
da beim Zerfall des Leibs, im Jenseits
gelangte zur Gesellschaft Sakkas er.