Petavatthu
Buch 3
8. Der Wildsteller II
Nārada:
Im Giebelhaus, dort im Palast,
auf Ruhebett mit Wollbezug
und bei Musik im Fünferspiel
erfreuet dich, was du da hörst.Doch wenn die Nacht am Schwinden ist,
wenn morgens geht die Sonne auf,
geworfen auf das Leichenfeld
musst vieles Leid erfahren du.Was hast du Böses denn getan
in Taten, Worten und im Geist,
dass du als Ernte für dies Werk
so vieles Leid erfahren musst?Peta:
Im schönen Rājagaha einst,
am Geierkulm, der lieblich ist,
da habe Tiere ich gejagt,
ein Jäger war ich, unbezähmt.Doch hatt’ ich einen lieben Freund,
ein gläub’ger Anhänger er war:
In der Familie oft ein Mönch,
ein Jünger Gotamas, war Gast.
Er nahm sich meiner liebreich an,
und immer wieder mahnte er:Anhänger:
„Tu fürder keine böse Tat,
sonst gehst auf übler Fährte du.
Wenn später du dir wünschest Wohl,
dann töte nicht, dann zügle dich.“Peta:
Obwohl ich diese Worte hört,
wohlwollend auf mein Heil bedacht,
nicht folgte gänzlich ich dem Rat,
erfreut am Üblen, lange, stur.Doch jener Mann, der wirklich weise, immer wieder
nahm an sich meiner, riet mir, mich zu zügeln:
„Wenn du’s nicht lassen kannst am Tag zu töten,
dann züg’le wenigstens dich in der Nacht.“So tötete ich Tiere nur am Tage,
und nachts enthielt ich mich, gezügelt.
Nun kann ich nachts lustwandeln nach Belieben,
doch tags, da werd vom Elend ich gefressen.Für’s Wirken, das da heilsam ist gewesen,
da leb ich außermenschlich nächtens,
doch tags, da wollen wilde Hunde mich verschlingen,
von allen Seiten stürmen sie auf mich da ein.Die, welche ständig sind verbunden
der Weisung des Willkommnen und ihr folgen,
die, meine ich, erreichen das Todlose,
die Stätte jenseits des Gestaltens.