Petavatthu
Buch 3
9. Der betrügerisch Entscheidende
Nārada:
Du trägst ja Blumen, Krone, Schmuck,
und deine Glieder strömen Sandelduft,
gar heiter ist dein Angesicht,
und wie die Sonne strahlest du.Das übermenschliche Gefolg’,
so scheint’s, ist deine Dienerschar.
Zehntausend Mädchen da umgeben dich,
Armbänder zier’n aus Muscheln sieund gold’ne Bänder in den Haar’n.Von großer Macht scheinst du zu sein,
Haarsträubendes ich aber seh:
Vom eig’nen Rücken reißt dein Fleisch
du ab, und das verzehrst du dann.Was hast du Böses denn getan
in Taten, Worten und im Geist,
dass du als Ernte für dies Werk
vom eig’nen Rücken reißt dein Fleisch
und dass du es verzehrst sodann?Peta:
Zu eig’nem Schaden handelt’ ich,
als ich noch in der Welt gelebt,
ich hintertrug, und ich belog
mit Täuschung und mit Krummheiten.Als ich in die Versammlung ging
und ich die Wahrheit sagen sollt’,
verachtete das Rechte ich
und wandte mich dem Unrecht zu.So frisst der Mensch sich selber auf,
der hinterrücks ’was hinterträgt,
so wie ich heute essen muss
vom eig’nen Rücken hier mein Fleisch.Du, Nārada, hast dieses also jetzt gesehen.
Die anderer sich nehmen an, die sollten sagen:
„Nicht hintertragen und nicht lügen mögest du,
damit dein eigen Fleisch du musst nicht fressen.“