Petavatthu
Buch 3
10. Der Reliquienverächter
Mahākassapa:
Ich seh im Luftraum stehen dich,
dein Atem übelriechend stinkt.
Aus deinem Munde, dem da fauler Duft entströmt,
da kriecht Gewürm. Was hast gewirkt du früher?Warum erheben Schwerter sich
und sausen auf dich da herab?
Warum folgt ätzend Lauge nach
und träufelt auf dich stets herab?Was hast du Böses denn getan
in Taten, Worten und im Geist,
dass du als Ernte für dies Werk
hast solches Leiden jetzt erlangt?Peta:
Im schönen Rājagaha einst,
am Geierkulm, der lieblich ist,
da hatte großen Reichtum ich
und herrschte über Geld und Gut.Mein Eheweib, die Tochter mein
und meine Schwiegertochter auch,
die nahmen Lotosblüten und
auch neues Öl sie packten ein.
So wollten sie zum Schreine geh’n,
doch ich verbot es ihnen da.
Dies böse Werk hab’ ich gewirkt.Gar viele Tausend sind wir hier,
und jeder leidet Wehgefühl.
Weil Schrein-Verehrung tadelt ich,
werd’ in der Hölle ich gequält.Wer, wenn von großen Heiligen
ein Schrein von ihnen wird verehrt,
abhalten jemand will davon,
der erntet dafür Elend nur.Sieh aber diese Frauen da,
mit Blumen sind sie schön geschmückt,
sie ernten ihrer Blumen Frucht,
Erfüllung ernten sie und Ruhm.Wer weise ist, der wird verehr’n,
was da erstaunlich, wunderbar,
und was die Haare sträuben lässt,
und loben, großer Denker, dich.Wenn diesen Zustand ich verlass’
und wieder geh’ in Menschenschoß,
dann werd’ verehren ich den Schrein,
gar unermüdlich, immerzu.