Petavatthu

Buch 4

1. Ambasakkhara

Sprecher:
Im Vajjilande eine Stadt, die hieß Vesāli,
wo der Licchavier Ambasakkhara gelebt.
Der eines Tages vor der Stadt sah einen Peta
und fragte sich, was dessen Lage wohl bedeute.

Fürst (zum Delinquenten):
Der Mann hat weder Sitz noch Lagerstätte,
er geht nicht vorwärts, und er geht nicht rückwärts,
zu essen, trinken und sich kleiden hat er nichts,
und Dienerinnen erblick ich bei ihm auch nicht.

Genossen, Freunde, einst erblickt, vernommen,
die liebreich seiner an sich nahmen früher,
die kann er nunmehr nimmer mehr erblicken,
und auch sie können ihn ja nicht mehr treffen.

Wer abgesunken, der hat keine Freunde,
im Unglück, da verlassen sie den Menschen.
Solang sie Vorteil seh’n, da sind sie um uns,
wer oben ist, der hat gar viele Freunde.

Sein Gut verlor’n, sein Reichtum führt zu Elend,
beschmiert mit Blut, die Glieder da gebrochen.
So wie ein Tropfen Tau vergeht geschwinde,
neigt seine Lebenskraft sich jetzt zum Ende.

Dies schlimmste Elend muss er nun erdulden,
wenn zitternd er am Marterpfahle steckt.
zum Peta:
Was sagst du, Yakkha, denn zum Lob des Lebens?
Ist es nicht besser doch, wenn man hat Leben?

Peta:
Ein Blutsverwandter jener war von mir,
sein früh’res Leben, das kenn ich genau.
Nachdem ich ihn geseh’n, da fühl ich Erbarmen,
dass er für böses Sein nicht in die Hölle stürzt.

Denn wenn, Licchavier, er von hinnen scheidet,
wird für sein schlechtes Werk erscheinen er
in Schwerterschneiden-Hölle fürchterlich,
wo er geglüht, wo’s bitter ist und schrecklich gar.

Selbst jener Pfahl mit seinen Einzelheiten
ist besser immer noch als solche Hölle.
Mög er doch nicht in jene Schreckenshölle fallen,
die einzig leidvoll, stechend, brennend.

Würd dieser Mann, was ich jetzt sage, hören,
von Leiden überwältigt würd sein Leben enden.
Daher sag ich es nicht in seiner Nähe,
damit da nicht durch mich sein Leben endet.

Fürst:
Erfahren hab ich dieses Mannes Sache.
Jetzt möcht ich dich noch etwas and’res fragen.
Doch nur, wenn du’s gestattest, will ich fragen,
damit du mir darob nicht mögest zürnen.

Peta:
Dafür geb ich dir gerne mein Versprechen.
Wer nicht bereit, dem dränge ich mich auf nicht.
Da du selbst ohne Wunsch würd’st meinem Worte glauben,
so frag nur, ich werd, wie ich kann, antworten.

Fürst:
Was ich mit eignen Augen sehen werde,
das alles werde ich sofort gern glauben,
und selbst wenn ich Geseh’nes nicht sollt glauben,
lass, Yakkha, meine Sache sein dann solches.

Peta:
Gut, dies mög sein für mich versprochne Wahrheit.
Hast du gehört die Lehre, mög’st du heiter werden,
Versteh’n gewinnen, unverderbten Herzens.
Was von gehörter Lehre du noch nicht gehört,
das werd ich dir erklär’n nach meiner Kenntnis.

Fürst:
Auf einem weißen Pferde, wohlgeschmückt,
nahst du dich dem, der an dem Pfahle seufzt.
Das ist etwas, das wunderbar ist anzuschau’n.
Für welches Wirken dieses ist die Ernte?

Peta:
Inmitten unsrer Stadt Vesāli war zu finden
ein Pfad, der sehr morastig, höllisch Sumpf war.
Dort eines Tages, heit’ren Herzens, ich erbaute
aus weißem Sandelholz dort einen Übergang.

So konnten ich und and’re trock’nen Fußes
hinüberkommen, kreuzen diesen Ort.
Dies ist gewisslich wunderbar zu sehen,
dies hier als jenes Wirken Ernte jetzt.

Fürst:
Die Schönheit dein, die strahlt in jede Richtung,
und überallhin weht dein Wohlgeruch.
Du bist ein Yakkha, und du bist gar mächtig,
doch bist du nackt, wovon die Folge ist’s?

Peta:
Von Zürnen frei und allzeit heit’ren Herzens,
zu allen Leuten sprach ich sanfte Worte.
So solchen Wirkens Frucht ist dieses:
In Schönheit strahl ich göttlich immer.

Erblickt ich Ruhm und Anseh’n derer, die gefestigt,
so hab gepriesen ich’s, im Herzen heiter.
So solchen Wirkens Frucht ist dieses:
Ein göttlich Duft, der weht in jede Richtung.

Als aber Freunde an der Furt gebadet,
nahm ihre Kleider ich, versteckte sie am Ufer.
Ich tat’s im Scherz, nicht aus verderbtem Herzen,
doch bin ich nackt und insofern im Mangel.

Fürst:
Wer also Böses wirket nur aus Spaß,
der erntet solche Frucht wie diese hier.
Doch wer das selbe wirket nicht zum Spaß,
welch eine Frucht wohl erntet solcher?

Peta:
Ein Mensch, der in Gesinnung ist verdorben,
in Worten und in Taten ist besudelt,
wenn dessen Leib zerfällt, und er geht weiter,
so ist die Hölle zweifellos sein Lohn.

Doch and’re, die da guten Gang erhoffen,
die gebefroh, im Guten gern gesammelt,
wenn deren Leib zerfällt, und es geht weiter,
so ist ein guter Ausgang zweifellos ihr Lohn.

Fürst:
Dass solches sei die Frucht von Gut und Böse,
warum soll ich’s für sicher wirklich glauben?
Was hätt ich denn geseh’n, dass ich’s könnt glauben?
Und was könnt machen, dass ich’s wirklich glaube?

Peta:
Was du geseh’n, gehört, das kannst du glauben.
Das nämlich ist die Frucht von Gut und Böse.
Wär’n Gut und Böse beide nicht vorhanden,
wieso gäb’s guten Ausgang dann und schlechten?

Wenn hier nicht würden Sterbliche
die guten und die bösen Werke wirken,
so gäb es in der Menschenwelt für Hoch und Niedrig
nicht guten Ausgang oder schlechten.

Weil Sterbliche in dieser Menschenwelt
die guten und die bösen Werke wirken,
deshalb gibt’s in der Menschenwelt für Hoch und Niedrig
schon guten Ausgang oder schlechten.

Zwiefach, so sagt man, ist des Wirkens Ernte,
als Wohl, als Wehe zu empfinden.
Die Götter sind von Wohl ringsum umgeben,
die Toren, die an Weh nicht denken, leiden.

Für mich gibt’s hier kein selbstgewirktes Wirken
und niemand, der mir eine Gabe widmet
an Kleid, an Sitz, an Essen und an Trinken.
Darum bin nackt ich, und ich leide Mangel.

Fürst:
Es muss doch, Yakkha, hier ein Mittel geben,
das dir da Kleidung könnte wohl verschaffen!
Sag bitte mir, was ist die Ursache dafür?
Ich hör gern ein verlässlich Wort darüber.

Peta:
Kappiṭaka, so heißt ein Mönch des Auferwachten,
geeinigt, tugendhaft, erlöst, ein Heil’ger,
gezügelt in den Sinnen, treu der Satzung,
ist kühl geworden er, hat höchste Ansicht,

ist freundlich, ansprechbar, zugänglich leicht,
willkommen stets, gefestigt in der Satzung,
Feld für Verdienst, so weilt er streitlos,
der Gaben wert von Göttern und von Menschen.

Still, anspruchslos, ohn’ Fehler, ohne Hoffen,
erlöst, ohn’ Dorn, ohn’ Mein, ohn’ Wanken,
frei von Bezug, versiegt ist Sonderheit ihm,
drei Wissen hat erreicht er, eine Leuchte.

Man kann ihn seh’n, doch wird erkannt er selten,
als stiller Denker gilt er bei Vajjier’n.
Die Yakkhas kennen ihn als ohne Regung,
voll guter Dinge er die Welt durchwandelt.

Gibst du ein Kleid ihm oder zweie
und widmest mir dabei die Gabe,
und nimmt er sie entgegen also,
dann wirst alsbald du sehen mich bekleidet.

Fürst:
In welcher Gegend weilet der Asket wohl,
dass wir da, ihn zu sehen, könnten geh’n?
Er könnte alle Zweifel und Bedenken
der Meinungszuckung sicher mir vertreiben.

Peta:
Sein Wohnsitz, der ist jetzt Kappaccanā,
von vielen Göttern ist er dort umgeben,
spricht von der Lehre dort, getreu der Wahrheit,
im Innern ohne Feindschaft, ernsten Sinnes.

Fürst:
Ich geh sofort und werde jenes tun,
ich werde dem Asketen Kleider schaffen.
Wenn er von mir sie also nimmt entgegen,
so wirst auch du verseh’n sein mit Gewändern.

Peta:
Nicht geh zur Unzeit ich zu einem Pilger,
auch ist’s für dich, Licchavier, jetzt nicht recht.
Zur rechten Zeit du mögest dich ihm nahen,
das ist’s, wenn du ihn siehst alleine sitzen.

Sprecher:
Nach dieser Rede ging der Fürst sogleich nun
von seiner Diener Schar ringsum umgeben
nach Hause hin in seiner eig’nen Stadt,
und er begab sich in die eig’ne Wohnung.

Nachdem die Hausnerpflichten er erfüllte,
nachdem er hatt’ gebadet und getrunken,
aus einer Truhe wählte aus er acht Gewänder
und ging dann fort, von seiner Dienerschar gefolgt.

Nachdem an jenem Ort er angekommen,
erblickt den Mönch, der—still im Herzen—
von seinem Bettelgange grad zurück,
wie kühl geworden unter einem Baume saß.

Er ging zu ihm und hat ihn angesprochen,
fragt nach Gesundheit ihn, nach Wohlergehen:
Fürst:
Bin ein Licchavier, Herr, bin von Vesāli,
als Ambasakkhara bin ich bekannt.

Die acht Gewänder hier, o Herr, die feinen,
die mög’st du nehmen an, von mir gegeben.
Allein zu diesem Zwecke bin ich hergekommen,
damit ich dadurch glücklich werden kann.

Asket:
Von weitem schon Asketen und Brahmanen
umgeh’n dein Haus und meiden deine Wohnung,
in deinem Haus zerbrochen sind die Schalen,
und auch die Mönchsgewänder da verkommen.

Da gibt es Leute, die das Bein Asketen stellen,
dass diese dann, kopfüber, fallen hin so.
In dieser Weise werden Pilger da misshandelt,
und das Asketen müssen dort erleben.

Nicht einmal einen Grashalm Sesamöl gibst du,
und auch Verirrten zeigst du niemals rechte Wege,
den Blinden raubst du gar den Stock.
So bist du: knickerig und ungezügelt.
Zu welchem Zweck, in welcher Form auch
willst du bei uns verteilen etwas?

Fürst:
Ich gebe zu, o Herr, was du gesagt hast,
verfolgt hab ich Asketen und Brahmanen.
Doch tat ich’s nur aus Spaß und unverderbten Herzens,
doch war es eine Untat, Herr, gewisslich.

Der Yakkha hatt’ aus Spaß gehandelt böse,
drum fühlt er Weh, und sein Genuss ist mangelhaft.
Jung ist und schön er, aber nackend auch.
Was wäre schlimmer noch für ihn?

Ergriffen ward ich, als ich sah den Mangel,
aus diesem Grund will ich jetzt Gabe geben.
Nimm an, o Herr, hier diese acht Gewänder
und lass dem Yakkha zukommen diese Gabe.

Asket:
Gar vielfach diese Gabe ist zu preisen,
mög sie dir unversiegbar Rechtes bringen.
Ich nehme an von dir die acht Gewänder,
zum Yakkha möge diese Gabe gehen.

Sprecher:
Dann der Licchavier spülte aus den Mund sich
und gab dem Ordensälteren die acht Gewänder.
Er sprach: „O möchten diese angenommen werden,
so dass den Yakkha wir bekleidet sehen!“

Dann sah er ihn besprengt mit Duft vom Sandel
auf edlem Pferde sitzend—prächtiger Anblick—
bedient, im Schmucke allerschönster Kleider,
und alle Yakkhamacht hat er erlangt nun.

So sah er ihn, befriedigt, aufgerichtet,
erfreuten Herzens, allerschönsten Anblicks.
Des Wirkens mächt’ge Reife hat er nun geseh’n,
mit eig’nen Augen es verwirklicht also.

Er ging zu ihm und wandt’ sich also an ihn:
Fürst:
Asketen und Brahmanen will ich geben.
Es gibt jetzt nichts, was ich nicht könnte geben.
Du warst mir, Yakkha, eine große Hilfe.

Peta:
Und du, Licchavier, du hast mir gegeben
hier eine Gabe, die nicht ist vergebens.
Ich nehme dich dafür als meinen Zeugen,
als Außermenschlicher doch Menschen nahe.

Fürst:
Du warst mir Glück, Genosse, Zuflucht,
du warst mir Freund auch, meine liebe Gottheit.
Ich grüße dich mit ehrfurchtsvollem Handgruß
und würde, Yakkha, gerne wiedersehen dich.

Peta:
Falls weiter du ungläubig bleiben würdest,
von knickeriger Art, im Herzen falsch gerichtet,
in solch Verfassung kannst du mich nicht sehen,
und wenn, dann würde ich mit dir nicht reden.

Hältst aber du das Rechte wert und wichtig,
bist gebefroh, im Guten gern gesammelt
und für Asketen und Brahmanen eine Quelle,
dann kannst erlangen du, zu seh’n mich wieder.

Und hast du mich gesehen nun, o Herr,
befreie jenen Mann vom Pfahl geschwinde.
Durch unser’n Bund sind wir geschwor’ne Zeugen.
Ich denke wohl an seine Qual am Pfahle.

Nachdem wir Freundschaft schlossen miteinander,
befreie diesen Mann geschwind vom Pfahle.
Dann wird er Dingen widmen sich, die würdig,
und wird dadurch der Hölle ganz entgeh’n.

So wird das Wirken sein Gefühl verändern.
Danach mög’st zu Kappiṭaka du geh’n
und mög’st zur rechten Zeit ihm etwas spenden.
Wenn du dann bei ihm bist, so frag ihn selber.

Er wird dir diesen Fall alsbald erzählen.
Hast aufgesucht du diesen Mönch da,
frag ihn aus Wissbegier, nicht aus verderbtem Herzen,
was er gehört, was nicht gehört an rechtem.
Das alles wird er dir erklär’n nach seinem Wissen.
Die Lehre, vom Willkommenen gehört, erklärt er.

Sprecher:
Nachdem der Fürst mit ihm allein gesprochen
und ihn zum Zeugen nahm, den Außermenschen,
da kehrte er zurück zu den Licchaviern
und wandte an die Menge sich, die dort versammelt:

Fürst:
Ein Wort von mir, ihr Lieben, mögt ihr hören:
Das Bess’re wählend werd ich Heil erlangen.
Wer wegen übler Tat ist an den Pfahl gebunden,
der ist gestraft so mehr schon als genug,

wenn zwanzig Nächte er da musst’ verbringen,
wo angebunden er ist weder tot noch lebend.
Ich werde ihn daher von seinen Banden lösen.
Mög die Versammlung dieses mir erlauben!

Räte:
Befrei schnell diesen und auch einen ander’n.
Wer gab den Rat dir denn, also zu handeln?
Wie du’s für richtig hältst, so mög’st du handeln.
Wir, die Versammlung, werden dir’s gestatten.

Sprecher:
Der Fürst wandt’ seine Schritte zu der Stätte
und löste unverzüglich ihn von seinem Pfahl.
Dann sagte er: „Hab keine Furcht mehr, Guter“,
und übergab zur Heilung ihn den Ärzten.

Kappiṭaka sie alle dann besuchten.
Nachdem zur rechten Zeit sie ihm gespendet,
da saßen alle vor ihm, die Licchavier.
Aufklärung suchend fragte ihn der Fürst dann:

Fürst:
Wer wegen übler Tat ist an den Pfahl gebunden,
der ist gestraft wohl mehr schon als genug,
wenn zwanzig Nächte er so musst’ verbringen,
wo angebunden er ist weder tot noch lebend.

Da hab ich selber ihn dann losgebunden,
entsprechend ja, o Herr, dem Wort des Yakkha.
Wie ist es nun, gibt es da trift’ge Gründe,
dass jener könnt der Hölle ganz entgeh’n?

Sag an mir, Herr, ist solches wirklich möglich?
Wir werden gläubig der Erklärung lauschen:
Ist also ein Entrinnen gar nicht möglich,
kann man vielleicht die Tat unfühlbar machen?

Asket:
Wenn Tag und Nacht er wandelt nur im Rechten
und würdigt dies mit ernstem Sinne unermüdlich,
dann kann sehr wohl der Hölle er entgehen,
die Tat ist anderswo dann zu empfinden.

Fürst:
Das Heil für diesen Mann hab ich vernommen.
Jetzt mög’st du, Herr, auch meiner dich annehmen.
Belehre mich und leit mich an, du Weiser,
dass in die Hölle ich nicht möge kommen.

Asket:
Zum Buddha nehme deine Zuflucht,
zur Lehre und zum Orden, heit’ren Herzens,
nimm auf dich dann die fünf der Übungsschritte,
ganz ungebrochen, ungestückelt also:

Lebend’ges umzubringen hüte schnell dich,
und Nichtgegeb’nes in der Welt zu nehmen, meide,
trink keinen Rauschtrank, sprich keine Lüge
und bleib zufrieden mit der eig’nen Frau.
Den achtfach besten Pfad erfülle gerne,
der da gar heilsam ist und Wohl aufzieht.

Gewand und in der Schale Speis,
Sitz, Lager und was sonst gebraucht,
zu essen, trinken und zu kau’n,
zum Anzieh’n und zur Unterkunft:
das alles gib den Aufrechten,
und heiter sei in dem Gemüt.

Wer Mönch da ist und tugendhaft,
wer ohne Reiz, wer viel erfuhr:
erfrische die mit Speis und Trank,
dann wachset immer dein Verdienst.

Wenn du mit solchen Eigenschaften wandelst,
sie würdigest bei Tag und Nacht und unermüdlich,
so mög’st du von der Hölle dich befreien,
dein Wirken anderwärts wird fühlbar.

Fürst:
Jetzt nehme ich zum Buddha meine Zuflucht,
zur Lehre und zum Orden, heit’ren Herzens,
und die fünf Übungsschritte nehm ich auf mich,
ganz ungebrochen, ungestückelt also:

Lebend’ges umzubringen hüt ich schnell mich,
und Nichtgegeb’nes in der Welt zu nehmen, meid ich,
trink keinen Rauschtrank mehr, sprech keine Lüge
und bleib zufrieden mit der eig’nen Frau.
Den achtfach besten Pfad erfüll ich gerne,
der da gar heilsam ist und Wohl aufzieht.

Gewand und in der Schale Speis,
Sitz, Lager und was sonst gebraucht,
zu essen, trinken und zu kau’n,
zum Anzieh’n und zur Unterkunft

geb tugendhaften Mönchen ich,
die frei von Reiz, die viel erfuhr’n,
und nicht mehr werd ich ändern dies,
an der Belehrung des Erwachten froh.

Sprecher:
Ambasakkhara, der Licchavier, ward nun
ein weit’rer Anhänger dort in Vesāli,
vertrauend, milde, pflichtgetreulich,
der Mönchsgemeinde würdig aufzuwarten.

Als der vom Pfahle ward gesundet,
aus eig’nem Willen glücklich ward er Pilger,
beim heiligen Kappiṭaka ward Mönch er,
Asketenfrüchte sie erlangten beide.

So ist es, wenn man rechten Menschen dienet,
groß ist die Frucht für Gute und für Weise:
dem Mann vom Pfahl fiel zu die höchste Frucht,
doch Ambasakkharas Frucht, die war minder.