Petavatthu

Buch 4

7. Der Königssohn

Die Taten, die man einst getan,
wenn reif, zerhämmern sie den Geist
mit Form, mit Ton, Geschmack und Duft
und Tastung, die dem Geist genehm.

Gesang und Tanz und Lust und Spiel
genoss er in gar reichem Maß.
Nachdem geritten er im Park,
kam er zur Felsenburg heran.

Den Seher sah, Sunetta, er,
der selbstbezähmt, geeinigt war,
bescheiden, schamhaftdemutsvoll,
genügt ihm Bettelrest im Napf.

Er stieg vom Elefanten ab,
ging hin zu ihm und sagt: „O Herr!“
Dann griff er seinen Bettelnapf
und hob ihn hoch, der Adlige.

Er warf ihn splitternd hin zur Erd,
ging höhnisch lachend fort und sprach:
„Bin König Kitavassa’s Sohn,
was kannst du, Mönch, mir tun denn schon?“

Für die beleidigende Tat
da erntete der Königssohn
die außerord’ntlich bitt’re Frucht,
dass in die Hölle er gelangt.

Der vierundachtzig Tausende
sechsmal Millionen Jahre er
in Höllen musste leiden Qual
für das, was frevelnd er getan.

Erhob er sich und legt er sich
auf rechte oder linke Seit,
stand er auf seinen Füßen auch:
Gefoltert ständig ward der Tor.

Für viele tausend Jahre er,
Millionen, ungezählte Zeit,
in Höllen litt er heft’ge Qual,
für das, was frevelnd er getan.

Für böses Wirken, das man tat
an einem Seher, der gar fromm
und ohne Fehl und ohne Hass,
da erntet dieses Bitt’re man.

Nachdem so manches Leiden dann
empfinden musste er dafür,
litt er an Durst und Hunger dort
und ward ein Peta alsobald.

Wer dieses Elend hat erkannt,
das Herrschaftsrausch da bringet ein,
der überwindet Herrschaftsrausch,
der wendet sich der Demut zu.

Im Leben schon ist lobenswert,
wer den Erwachten da verehrt.
Wenn hier der Leib wird abgelegt,
der Weise auf zum Himmel steigt.