Saṃyutta Nikaya 54
Ein- und Ausatmungen
11. Icchānangalam
Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Icchānangalam, im Waldgehölz von Icchānangalam. Dort nun wandte sich der Erhabene an die Mönche:
„Ich wünsche, ihr Mönche, drei Monate zurückgezogen zu verbringen: niemand soll mich aufsuchen außer jemand, der mir Almosenspeise bringt.“
„Sehr wohl, o Herr“, erwiderten die Mönche dem Erhabenen, und niemand suchte den Erhabenen auf außer jemand, der ihm Almosenspeise brachte. Nachdem nun diese drei Monate verflossen waren, hat sich der Erhabene aus der Zurückgezogenheit zu den Mönchen begeben und sich an sie gewandt:
„Wenn euch, ihr Mönche, die andersfährtigen Pilger etwa fragen sollten: ‚Was war das, ihr Brüder, für ein Verweilen, in dem der Asket Gotamo während der Regenzeit am meisten Verweilte?.‘ so mögt ihr Mönche den andersfährtigen Pilgern auf solche Frage antworten: In der Einigung bedachtsamer Ein- und Ausatmung hat der Erhabene während der Regenzeit am meisten geweilt‘.
Da habe ich, ihr Mönche, achtsam eingeatmet, achtsam ausgeatmet und die sechzehnfache Atembetrachtung gepflegt.
Wo man da nun, ihr Mönche, das rechte Wort anwenden mag: ‚Edles Verweilen‘ oder Brahmisches Verweilen‘ oder ‚Verweilen des Vollendeten.‘ der könnte bei der Einigung bedachtsamer Ein- und Ausatmung so sprechen.
Die da, ihr Mönche, übende Mönche sind, in geistiger Unermüdlichkeit den unübertrefflichen Yoga-Frieden zu erreichen trachtend verweilen, die führt die Einigung bedachtsamer Ein- und Ausatmung, entfaltet und ausgebildet, zur Triebversiegung.
Die da aber, ihr Mönche, als Mönche Heilige sind, Triebversiegte, Endiger, die das Werk gewirkt, die Last abgelegt, das Heil sich errungen, die Daseinsfesseln versiegt haben, die durch vollkommenes höchstes Erkennen erlöst sind, die führt die Einigung bedachtsamer Ein- und Ausatmung, entfaltet und ausgebildet, schon zu Lebzeiten zu glücklichem Verweilen in achtsamer Klarbewußtheit.“