Sutta Nipāta 5.19

(Pārāyan­ānugīti­gāthā)

PINGIYA

Den ‚Weg zum Anderen Ufer‘ will ich nacherzählen:
So wie er schaute, hat er es verkündet,
der Makellose, der so reich an Einsicht!
Der Hehre, wunschlos, frei von Wähnen, warum denn sollte falsch er sprechen?

Der ausgemerzt den Makel der Verblendung,
Der hinter sich gelassen Härte und den Dünkel,
Seine Botschaft voller Schönheit,
Lasset hier mich nun verkünden!

Besieger allen Dunkels, ein Erwachter,
Das Auge, das da alles sieht,
Der bis zum Welten-Ende vordrang,
Hinausgeschritten über alles Dasein ist,
Der Triebbefreite, Überwinder allen Leidens,
Der wahrhaft so ist, wie er uns verheißen,—
Er, Priester, ward verehrt von mir!

Gleichwie ein Vogel lassen mag ein unfruchtbar Gehölz,
Im früchtereichen Haine dann sich niederläßt,
So hab' auch ich gelassen, die an Einsicht arm sind,
Dem Schwane gleichend, der zum Meere kam.

Die früher mir erklärten, bevor zur Lehre Gotamas ich kam:
‚So war es‘ und ‚So wird es sein‘,—
Nur Überlieferungs-Glaube ist all dies;
All das läßt wachsen nur das Grübeln!

Der Einzige, im Sitze der Erleuchtung alles Dunkel bannend.
Der Strahlende, er brachte uns das Licht!
Gotama, so reich an Weisheit, Gotama, an Einsicht reich,

Der mir die Lehre hat gezeigt,
Die klar ersichtlich ist und zeitlos,
Die das Begehren endet und vom Elend löst,
Für die es nirgend Gleichnis gibt!

BAVARI

Wie kannst du nur für einen Augenblick
Entfernt sein von ihm, Pingiya,
Von Gotama, so reich an Weisheit,
Von Gotama, so einsichtsreich,

Der dir die Lehre hat gezeigt,
Die klar ersichtlich ist und zeitlos,
Die das Begehren endet und vom Elend löst,
Für die es nirgend Gleichnis gibt?

PINGIYA

Nicht einen Augenblick bin ich von ihm entfernt, o Priester,
Von Gotama, so reich an Weisheit, von Gotama, so einsichtsreich,

Der mir die Lehre hat gezeigt,
Die klar ersichtlich ist und zeitlos,
Die das Begehren endet und vom Elend löst,
Für die es nirgend Gleichnis gibt!

Ich seh' im Geiste ihn, als ob mit meinen Augen,
Bei Tag und Nacht, o Priester, unablässig.
Verehrend ihn, verbringe ich die Nacht.
Daher, so denk' ich, bin ich nicht entfernt.

Vertrauen, Freude, Denken, Achtsamkeit,
Nicht weichen sie in mir von jener Satzung Gotamas.
In welche Richtung auch der Weisheitsreiche hingeht,
Nach dieser eben bin ich hingewandt.

Der alt ich bin und von geringer Kraft,
Mich trägt der Körper nicht mehr hin,
Doch im Gedankenfluge folge ich beständig!
Mein Geist, o Priester, ist an ihn gebunden!

In einem Sumpfe gleichsam lag ich voller Zittern
Und trieb von einer Insel hin zur anderen,
Bis ich erblickte ihn, den Voll-Erwachten,
Den triebbefreiten Fluten-Überwinder!

DER ERHABENE

So wie von Vakkali es heißt,
Daß sein Vertrauen ihn befreite,
Und ebenso Bhadrāyudho und Gotamo aus Ālavi,
In solchem Maße fass' auch du Vertrauen!
Jenseits des Todbereiches gehst du dann, o Pingiya!

PINGIYA

Noch stärker fühl' ich freudiges Vertrauen,
Nachdem des Muni Worte ich gehört:
Er ist es, der den Schleier hob, ein voll Erwachter,
Der frei von inneren Schlacken und voll scharfer Einsicht,

Der Über-Göttliches durchschaut,
Der alles Hohe, Niedere kennt,
Der Meister, der ein Ende macht den Fragen,
Der Zweifler zu Zufriedenen macht!

Zu dem, was unverstörbar, nimmer wankend,
Für das es nirgend Gleichnis gibt,
Dorthin gewiß will meinen Weg ich nehmen,
Nicht hab' ich Zweifel mehr daran!
So magst du kennen meines Herzens Neigung!