Vimānavatthu

Wege zum Himmel

15. Uttarā

Moggallāna:
Gar überschön bist prächtig du,
wie du da stehst, o Göttliche,
nach zehn der Seiten strahlend hin,
so wie der Morgenstern es tut.

Woher bist du geworden so,
weshalb hast dieses du erlangt
und fallen dir Genüsse zu,
die lieb dem Geiste immer sind?

Ich frage dich, o Göttin, du Vielmächt’ge,
als Mensch du warst, durch welch Verdienst wohl
hast du bewirkt denn, dass du also herrlich leuchtest,
dass allerwärts dein Körper herrlich strahlt?

Sprecher:
Die Gottheit, die im Geist beglückt,
als Moggallāna sie befragt,
erklärt auf seine Frage ihm,
welch Wirken diese Frucht erzeugt.

Göttin:
Nicht Neid, nicht Geiz und keine Herrschsucht
gab es in mir, als ich im Hause lebte,
war ohne Zorn, dem Gatten stets zu Willen,
den Feiertag hielt ein ich, ernsten Sinnes,

Bei Vollmond und bei Neumond auch,
bei jedem Halbmonds-Feiertag,
und auch beim außerordentlichen
die acht Gebote hielt ich ein.

So feiert ich den Feiertag,
die Tugenden hielt ein ich stets,
gezügelt, gebefreudig so
hab dies Vimāna ich erlangt.

Vom Töten hielt ich ferne mich,
vom Lügen hielt ich mich zurück,
vom Stehlen und Ausschweifen auch
und trank nichts, was berauschen kann.

Fünf Übungsschritte freuten mich,
der edlen Wahrheit eingedenk,
war ich Anhängerin Gotamas,
des Sehers, der da ruhmesreich.

Durch meine eig’nen Tugenden,
bin ich berühmt, bin ich bekannt;
eig’nes Verdienst genieße ich,
so bin ich glücklich und gesund.

Verse 135–136 = 123–124