Vimānavatthu
Wege zum Himmel
33. (III, 5): Guttila
Guttila:
Die sieben Saiten, die gar süß,
lehrt ich ihn schlagen wunderschön.
Jetzt ruft zum Wettstreit er mich auf.
Sei meine Zuflucht Kosiyā.Sakka:
Ich will dir gerne Zuflucht sein,
den Lehrer, den verehre ich.
Nicht wird dein Schüler Sieger sein,
den Schüler wirst besiegen du.Moggallāna:
Gar überschön bist du allhier,
wie du da stehst, o Göttliche,
nach zehn der Seiten strahlend hin,
so wie der Morgenstern es tut.Weshalb bist du geworden so,
weshalb hast dieses du erlangt
und fallen dir Genüsse zu,
die lieb dem Geiste immer sind?Ich frage dich, o Göttin, du Vielmächt’ge,
als Mensch du warst, durch welch Verdienst wohl
hast du bewirkt denn, dass du also leuchtest,
dass allerwärts dein Körper herrlich strahlt?Sprecher:
Die Gottheit, die im Geist beglückt,
als Moggallāna sie befragt,
erklärt auf seine Frage ihm,
welch Wirken diese Frucht erzeugt.1. Göttin:
Ein Weib, das bestes Kleid gespendet,
ist ausgezeichnet unter Mann und Weib.
Wer so zu schönem Ausseh’n hat verholfen,
der kommt an diesen schönen Götterort.Sieh dieses Haus, in dem ich wohn,
bin Nymphe, wunscherfüllend schön,
von tausend Nymphen stets gefolgt;
sieh hier die Frucht von dem Verdienst.Daher bin ich geworden schön,
deshalb hab dieses ich erlangt
und fallen mir Genüsse zu,
die lieb dem Geiste immer sind.So zeigt ich dir, o Mönch, du vielfach Mächt’ger,
durch welch Verdienst als Menschgewordne einst ich
bewirkt hab, dass ich also leuchte,
dass allerwärts mein Körper herrlich strahlt.
2–5. Göttin: Im Folgenden werden nun die Verse 325–332 bei jeder Göttin wiederholt, meist nur mit einem Wort abweichend oder höchstens einem Vers, und zwar immer dem Vers 329 entsprechend dem, was immer einem Vers acht weiter entspricht: 337, 345, 353, 361: statt Kleid (329) hier: Blüten, Düfte, Früchte, Süßigkeiten.
6. Göttin:
Fünf-Finger-Duft hab ich gegeben
dem Stūpa des Herrn Kassapa.
Wer so zu schönem Ausseh’n hat verholfen,
der kommt an diesen schönen Götterort.7. Göttin:
Die Mönche sah ich, Nonnen auch,
die auf dem Wege wandelten.
Nachdem die Lehre ich gehört,
hielt ein ich einen Feiertag.8. Göttin:
Im Wasser stehend Wasser gab ich
an einen Mönch im Herzen heiter.
Wer so zu schönem Ausseh’n hat verholfen,
der kommt an diesen schönen Götterort.9. Göttin:
Den Schwiegereltern, die da waren
gar heftig, zornig, barsch im Reden,
ich diente ohne Missvergnügen,
mit ernstem Sinne, tugendhaft.11. Göttin:
Gespendet habe Milchreis ich
dem Mönch auf dem Almosengang.
Nachdem dies gute Werk ich tat,
kam froh auf diese Fährte ich.
Die 12. bis 36. Göttin wandeln Vers 409 nur in der ersten Zeile durch eine andere Gabe ab:
13. Göttin: gab ein Stück Zuckerrohr
14. Göttin: gab eine Timba-Frucht
15. Göttin: gab eine süße Gurke
17. Göttin: gab eine Kletterfrucht
18. Göttin: gab eine Pharusa-Blüte
19. Göttin: gab eine Pfanne mit Kohlen zum Wärmen der Hände
20. Göttin: gab eine Hand voll Gemüse
21. Göttin: gab eine Hand voll Blüten
23. Göttin: gab eine Hand voll Nimba-Früchte
24. Göttin: gab Reisgrütze mit Mangos
27. Göttin: gab einen Trageriemen
28. Göttin: gab einen Halter für die Schale
30. Göttin: gab einen Palmblattfächer
31. Göttin: gab einen Pfauenwedel
32. Göttin: gab einen Sonnenschirm
36. Göttin: gab andere Süßigkeiten
Die Verse der 36. Göttin lauten abschließend also:
Sieh dieses Haus, in dem ich wohn,
bin Nymphe, wunscherfüllend schön,
von tausend Nymphen stets gefolgt.
Sieh hier die Frucht von dem Verdienst.Daher bin ich geworden schön,
deshalb hab dieses ich erlangt
und fallen mir Genüsse zu,
die lieb dem Geiste immer sind.So zeigt ich dir, o Mönch, du vielfach Mächt’ger,
durch welch Verdienst als Menschgewordne einst ich
bewirkt hab, dass ich also leuchte,
dass allerwärts mein Körper herrlich strahlt.Guttila:
Willkommen dieses ist für mich,
zu meinem Wohl war dieser Tag,
die Göttinnen hab ich gesehn,
die Nymphen wunscherfüllend schön.Nachdem ich das Gesetz gehört,
will Heilsames ich wirken nun
durch Geben, durch Gerechtigkeit,
durch Zügelung und Zähmen sich.
So werde gehen ich dorthin,
wo’s Kummer nicht für einen gibt.