Vimānavatthu
Wege zum Himmel
34. (III, 6): Blendend
Bhaddā:
In Schönheit blendend leuchtest du,
berühmt bist du durch deinen Ruhm,
die Dreiunddreißig Götter all
mit deiner Schönheit überstrahlst.Nicht deiner mich erinnre ich,
ich sehe dich zum ersten Mal.
Von welchem Reiche kommst du her,
o sag mir deinen Namen an.Subhaddā:
Ich bin Subhaddā, Bhaddā, ja,
und in der vor’gen Existenz
war damals deine Mitfrau ich
und deine jüngre Schwester auch.Als ich den Leib hab abgelegt,
als abgeschieden ich war frei,
bei schöpfungsfreud’gen Göttern dann
bin ich erschienen allsogleich.Bhaddā:
Wer viel an Trefflichem gewirkt,
solch Wesen zu den geht,
bei denen du geboren bist,
Subhaddā, wie du hast gesagt.Durch welches Lobenswerte bist,
durch welche Unterweisung du
gelangt zu solchem großen Ruhm,
durch welches Geben, welches Werk?Gelangt zu dem, was du besitzt,
zu solcher Segenfülle reich,
ich frage also, Göttin dich:
Von welchem Wirken ist’s die Frucht?Subhaddā:
Almosenspeise achtfach ich
als Gabe hab gespendet einst,
gar heiter und mit eig’ner Hand
dem Orden, der ist dessen wert.Daher bin ich geworden so,
deshalb hab dieses ich erlangt
und fallen mir Genüsse zu,
die lieb dem Geiste immer sind.So zeig ich dir, o Göttin, vielfach Mächt’ge,
durch welch Verdienst als Menschgewordne einst ich
erwirkt hab dass ich also leuchte,
dass allerwärts mein Körper herrlich strahlt.Bhaddā:
Gar viele Mönche ich bedient,
die da gezügelt, wandelnd keusch,
mit Speis und Trank ich sättigte,
gar heiter und mit eig’ner Hand.
Obwohl ich an viel mehr da gab,
kehrt wieder ich in niedres Reich.Wie kommt’s, dass weniger du gabst
und doch der Segen größer ist?
Ich frage also, Göttin, dich,
von welchem Wirken ist’s die Frucht?Subhaddā:
Ein Mönch, der seinen Geist beherrscht,
den habe einstmals ich erblickt.
Ihn, Revata, lud ich dann ein,
zu acht bei mir das Mahl zu nehm’.Er war dann auf mein Heil bedacht,
voll Mitleid war er, Revata.
„Dem Orden spende“, sagt er mir,
und seinem Wort bin ich gefolgt.Die Gabe, die zum Orden kam,
war unermesslich fest gefügt.
Die Gabe, die du einzeln gabst,
trägt für dich nicht so große Frucht.Bhaddā:
Jetzt weiß ich also nun Bescheid:
Dem Orden geben bringt Gewinn.
Geh wieder ich zum Menschentum,
will ansprechbar ohn’ Geiz ich sein.
Dem Orden will ich spenden dann
mit ernstem Sinne für und für.Sakka:
Wer Bhaddā, war die Göttin hier,
mit der du unterhieltest dich,
und deren Schönheit überstrahlt
die Dreiunddreißig Götter all?Bhaddā:
Als Mensch sie war, o Götterfürst,
als früher Mensch gewesen sie,
da lebt als meine Mitfrau sie,
war meine jüngre Schwester auch.
Dem Orden hat gegeben sie,
nun strahlt durch solch Verdienst sie so.Sakka:
Die früher deine Schwester war,
Bhaddā, im Rechten leuchtet sie.
Die Gab die sie dem Orden gab,
ist unermesslich fest gefügt.Erwachtem auf dem Geierkulm,
dort auf dem Berg hab ich gefragt,
was Reife wohl des Gebens ist
und wann die Gab’ bringt große Frucht.Wer da zu opfern ist bereit,
die Wesen, auf Verdienst bedacht,
die wirken für ein nächstes Sein,
denn Geben bringet reiche Frucht.Da hat Erwachter mir gesagt,
der selber kennt des Wirkens Frucht,
was Reife wohl des Gebens ist
und wann die Gab’ bringt große Frucht.Die vier da wandeln auf dem Pfad,
die vier, die fest in seiner Frucht,
das ist der Orden, ehrlich-g’rad
in Weisheit, Tugend, Einigung.Wer da zu opfern ist bereit,
die Wesen, auf Verdienst bedacht,
die wirken für ein nächstes Sein,
dem Orden geben bringt Gewinn.Und dieser Orden mächtig ist an Größe,
wie Wasser unermesslich meeresgleich.
Die besten Menschen sind’s, die Heldenjünger,
sie machen Helle, wenn sie lehren.Gegeben gut, gespendet und geopfert gut
ist, was dem Orden widmet man allhier.
Die Gabe, die dem Orden gilt, gegründet fest,
bringt große Frucht, die Weltenkenner loben’s.An solches Opfer hier gedenkend,
wer durch die Welt geht, sich dran freuend,
reißt aus des üblen Geizes Wurzel,
untadelig geht er zum Himmel ein.