Vimānavatthu
Wege zum Himmel
32. (III, 4): Latā
Moggallāna als Sprecher:
Latā, Sajjā und Pavarā, Accimatī
und Sutā auch, Töchter König Vessavaṇas,
des großen Königs, hochberühmt,
mit Tugenden sie glänzen hell.Die Frau’n zu fünft zum kühlen Flusse kamen,
der lotusreich und günstig liegt, zum Baden.
Nachdem die Göttinnen gebadet und erfreut sich,
getanzt, gesungen, sprach Sutā da zu Latā.Sutā:
Ich frage dich, die Lotuskränze schmücken
am Kopfe, von der die Haut so gülden glänzt,
die Augen dunkelkupfern leuchten himmelsgleich.
Du, die da lange lebt, woher kam dir dein Ruhm?Warum bist, Gute, du deinem Herrn die Liebste,
bist Trefflichste du an Gestalt, Erwählte,
geschickt in Tanzen, Singen und im Musiziern?
Erzähl es uns, befragt von Männern und von Frauen.Latā:
Als unter Menschen einst ich Mensch geworden,
in reichem Hause war ich Schwiegertochter,
war ohne Zorn, gehorsam meinem Gatten,
den Feiertag hielt ernsten Sinnes ich.Als Mensch ich war, jung und ganz ohne Böses,
mit heitrem Herzen meinen Mann erfreute ich,
auch Schwager, Schwiegereltern und die Diener.
Erfreuend andre, entstand mir dieser Ruhm.Durch solches heilsam Wirken ich erlangte
Vorzüge in vierfacher Hinsicht dann:
an Lebensdauer, Schönheit, Glück und Stärke.
Spiel und auch Lust genieße ich nicht wenig.Sutā:
Habt ihr gehört, was unsre Latā hat gesagt?
Was wir gefragt sie, hat sie uns erklärt nun.
Die Gatten für uns Frauen sind sehr wichtig,
uns sind sie Schicksal, Göttinnen sind wir für sie.Lasst alle uns zu unsern Gatten recht verhalten,
so werden treue Ehefrauen wir.
In rechter Weise unsern Männern alle dienend,
erlangen wir, was Latā uns gesagt.So wie ein Löw’ vom Berge aus auf Beute geht,
auf sichrem Felsen wohnt, gestützt auf ihn,
durch seine Kraft Vierfüßer viele tötet,
das Fleisch verzehrt und schwache Tiere frisst,genau so eine gläub’ge edle Jüngerin
vom Gatten abhängig und treu zu ihm,
den Zorn besiegt und Geizen überwindet,
im Himmel sich erfreut, der Lehre folgend nach.