Vimānavatthu

Wege zum Himmel

37. (III, 9): Die Großäugige

Sakka:
Wer bist du, Großäugige denn
hier in dem Cittalatā-Wald?
Umgeben bist du ringsherum
von einer großen Frauenschar.

Die Dreiunddreißig Götter, wenn
sie diesen Wald betreten hier
mit ihren Wagen und Gespann,
sie alle werden bunt im Schein.

Du aber, wenn du hierher kommst
und in dem Parke dich ergehst,
bei dir wird nicht der Körper bunt.
Wie kommt’s dass deine Form so bleibt?
Ich frage, Göttin, also dich:
von welchem Wirken ist’s die Frucht?

Göttin:
das Wirken, Götterkönig, das
mir diese Form und Fährte schuf,
die magisch Macht und große Pracht,
das höre du, der Mauern stürzt:

Im lieblichen Rājagaha
als Jüng’rin hieß Sunandā ich,
vertrauensvoll, tugendbewährt
erfreut ich mich am Geben stets.

Gab Kleidung und auch Essen gern,
gab Sitz und Lager und auch Licht,
mit heiterem Gemüte stets
an die, die aufrecht-g’rade sind.

Bei Vollmond und bei Neumond auch,
bei jedem Halbmondsfeiertag
und auch beim außerord’lichen
die acht Gebote hielt ich ein.
So feiert ich den Feiertag,
die Tugenden hielt ein ich stets.

Vom Töten hielt ich ferne mich,
vom Lügen hielt ich mich zurück,
vom Stehlen, auch vom Ehebruch
und trank nichts, was berauschen kann.

Fünf Übungsschritte freuten mich,
der edlen Wahrheit eingedenk,
war ich Anhäng’rin Gotamas
und dabei ernsten Sinnes stets.

Die Dienerin vom Vaterhaus
bracht täglich Blumenschmuck für mich.
Den widmet dem Erhab’nen ich,
den Stūpa schmückt ich stets damit.

Am Feiertage aber ich
holt Blumen, Düfte, Salben selbst,
legt nieder sie beim Stūpa dann
mit eig’ner Hand und heit’rem Sinn.

Das Wirken, Götterkönig, das
mir diese Form und Fährte schuf,
die magisch Macht und große Pracht,
die kam durch diese Blumen mir.

Von dem, was Tugend bringt an Lohn
und wovon Reife steht noch aus,
da meine Hoffnung, Götterfürst,
geht auf die Einmalwiederkehr.