Vimānavatthu
Wege zum Himmel
80. (VII, 6): Der Kuhhirt
Sprecher:
In dem Vimāna, hoch und lang bestehend,
an Händen Schmuck da tragend und gar ruhmreich,
im himmlischen Vimāna leuchtend wie der Mond,
als so der Mönch den Gott geseh’n, er fragt ihn.Moggallāna:
Geschmückt, bekränzt und schön gekleidet bist du,
Ohrringe trägst du, Haar und Bart gepflegt,
geschmückt sind deine Hände auch, berühmt bist du
in deinem Vimāna himmlisch, gleichst dem Mond.Und himmlisch lieblich auch ertönen Lauten
und acht Mal acht der Himmelsjungfern lieblich,
gut eingeübt, großartig weilend bei den Dreißig,
sie tanzen, singen und erfreuen dich.Hast göttliche Magie und große Macht.
Als Mensch du warst, durch welch Verdienst wohl
hast du bewirkt denn, dass du also leuchtest,
dass allerwärts dein Körper herrlich strahlt?Sprecher:
Die Gottheit, die im Geist beglückt,
als Moggallāna sie befragt,
erklärt auf seine Frage ihm,
welch Wirken diese Frucht erzeugt.Gottheit:
Als unter Menschen einst ich Mensch geworden,
die Herden andrer habe ich gehütet.
Da hat sich ein Asket mir wohl genähert,
als grad die Kühe in die Bohnen brachen.„Die Pflicht ist doppelt, zu erfüllen beide sind“,
so überlegt ich, o Herr, im Augenblick,
doch als das Richtige mir klar vor Augen stand,
entleerte ich den Korb: „Hier, für dich, o Herr“.Schnell eilte ich sodann zum Bohnenfelde,
bevor die Küh’ zerstörten and’rer Eigen.
Doch eine schwarze, äußerst gift’ge Schlange
biss in den Fuß mich, als ich eilte vorwärts.Da ward von Schmerz gequält ich, überwältigt.
Der Mönch sah es und öffnete den Korb.
Er aß den Keks, von Mitleid da bewogen.
Ich starb und kam sofort zur Götterwelt.Das heilsam Wirken, das einst ward getan von mir,
das Werk, das Wohl aufziehet, das genieße ich.
Du nahmst dich meiner an, o Herr, voll Mitleid,
so bin ich dankbar dir und grüß dich also.Nicht gibt es in der Welt mit Göttern, Māras
noch einen andern Muni gleichen Mitleids.
Du nahmst dich meiner an, o Herr, voll Mitleid,
so bin ich dankbar dir und grüß dich also.Nicht gibt’s in dieser Welt und nicht in jener
noch einen andern Muni gleichen Mitleids.
Du nahmst dich meiner an, o Herr, voll Mitleid,
so bin ich dankbar dir und grüß dich also.