Aṅguttara Nikāya

Das Dreier-Buch

121. Drei Arten der Reinheit II

Drei Arten der Reinheit gibt es, ihr Mönche. Welche drei?

  • Reinheit in Werken,
  • Reinheit in Worten und
  • Reinheit im Geiste.

Was aber ist Reinheit in Werken? Da steht der Mönch ab vom Töten, Stehlen und Unkeuschheit. Das gilt als Reinheit in Werken.

Was aber ist Reinheit in Worten? Da steht der Mönch ab vom Lügen, Zutragen, Schimpfen und Schwätzen. Das gilt als Reinheit in Worten.

Was aber ist Reinheit im Geiste?

Da weiß der Mönch, wenn Sinnenlust in ihm ist: ‚In mir ist Sinnenlust.‘ Er weiß, wenn keine Sinnenlust in ihm ist: ‚In mir ist keine Sinnenlust.‘ Und wie die noch nicht aufgestiegene Sinnenlust zum Aufsteigen kommt, auch das weiß er; er weiß, wie die bereits aufgestiegene Sinnenlust aufgegeben wird; und er weiß, wie die aufgegebene Sinnenlust künftig nicht mehr zum Aufsteigen kommt.

Er weiß, wenn Haß in ihm ist: ‚In mir ist Haß.‘ Er weiß, wenn kein Haß in ihm ist: ‚In mir ist kein Haß.‘ Und wie der noch nicht aufgestiegene Haß zum Aufsteigen kommt, auch das weiß er; er weiß, wie der bereits aufgestiegene Haß aufgegeben wird; er weiß, wie der aufgegebene Haß künftig nicht mehr zum Aufsteigen kommt.

Er weiß, wenn Starrheit und Mattigkeit in ihm ist: ‚In mir ist Starrheit und Mattigkeit.‘ Er weiß, wenn keine Starrheit und Mattigkeit in ihm ist: ‚In mir ist keine Starrheit und Mattigkeit.‘ Und wie die noch nicht aufgestiegene Starrheit und Mattigkeit zum Aufsteigen kommt, auch das weiß er; er weiß, wie die bereits aufgestiegene Starrheit und Mattigkeit aufgegeben wird; und weiß, wie die aufgegebene Starrheit und Mattigkeit künftig nicht mehr zum Aufsteigen kommt.

Er weiß, wenn Aufgeregtheit und Gewissensunruhe in ihm ist: ‚In mir ist Aufgeregtheit und Gewissensunruhe.‘ Er weiß, wenn keine Aufgeregtheit und Gewissensunruhe in ihm ist: ‚In mir ist keine Aufgeregtheit und Gewissensunruhe.‘ Und wie die noch nicht aufgestiegene Aufgeregtheit und Gewissensunruhe zum Aufsteigen kommt, auch das weiß er; er weiß, wie die bereits aufgestiegene Aufgeregtheit und Gewissensunruhe aufgegeben wird; und weiß, wie die aufgegebene Aufgeregtheit und Gewissensunruhe künftig nicht mehr zum Aufsteigen kommt.

Er weiß, wenn Zweifelsucht in ihm ist: ‚In mir ist Zweifelsucht.‘ Er weiß, wenn keine Zweifelsucht in ihm ist: ‚In mir ist keine Zweifelsucht.‘ Und wie die noch nicht aufgestiegene Zweifelsucht zum Aufsteigen kommt, auch das weiß er; er weiß, wie die bereits aufgestiegene Zweifelsucht aufgegeben wird; und weiß, wie die aufgegebene Zweifelsucht künftig nicht mehr zum Aufsteigen kommt.

Das gilt als Reinheit im Geiste.

Diese drei Arten der Reinheit gibt es, ihr Mönche.

  • „Wer da in Werken, Worten und im Geiste rein,
  • Ein Triebbefreiter, Eigner solcher Reinheit,
  • Er hat, so heißt es, alles Schlechte abgewaschen.“