Aṅguttara Nikāya

Das Sechser-Buch

42. Nāgita

(Der erste Teil dieses Textes ist gleichlautend mit AN 5.30. Nach den dortigen Worten Nāgitas, endend mit „... dort werden die brahmanischen Hausleute... hinströmen“, heißt es hier:)

„Möge ich nichts zu tun haben mit dem Ruhme, Nāgita! Möge mir nur kein Ruhm beschieden sein! Wer da nicht wie ich, dieses Glückes der Entsagung, des Glückes der Loslösung, des Friedensglückes und des Erleuchtungsglückes nach Wunsch, ohne Mühe und Schwierigkeit teilhaftig wird, den freilich mag es nach jenem kotigen, trägen Glücke, nach der Freude an Besitz, Ehre und Ruhm gelüsten.

Da, Nāgita, bemerke ich einem im Dorfe lebenden Mönch, wie er gesammelt dasitzt. Ich weiß aber, daß jetzt diesen Verehrten ein Klosterdiener oder ein Mönchsschüler stören und er die Sammlung verlieren wird. Daher, Nāgita, bin ich mit dem Dorfaufenthalt jenes Mönches nicht zufrieden.

Da, Nāgita, bemerke ich einen im Walde lebenden Mönch, wie er schläfrig dasitzt. Ich weiß aber, daß dieser Verehrte die Schläfrigkeit und Mattigkeit überwinden und, gesammelt, bloß noch die Vorstellung des Waldes als einzigen Gegenstand erwägen wird. Daher, Nāgita, bin ich mit dem Waldleben dieses Mönches zufrieden.

Da, Nāgita, bemerke ich einen im Walde lebenden Mönch, wie er im Walde ungesammelt dasitzt. Ich aber weiß, daß dieser Verehrte den ungesammelten Geist sammeln und den gesammelten Geist bewahren wird. Daher, Nāgita, bin ich mit dem Waldleben dieses Mönches zufrieden.

Da, Nāgita, bemerke ich einen im Walde lebenden Mönch, wie er im Walde gesammelt dasitzt. Ich aber weiß, daß nun dieser Verehrte den unbefreiten Geist befreien und den befreiten Geist bewahren wird. Daher, Nāgita, bin ich mit dem Waldleben dieses Mönches zufrieden.

Da, Nāgita, bemerke ich einen im Dorfe lebenden Mönch, dem Gewänder, Almosenspeise, Lagerstatt und die nötigen Arzneimittel zuteil werden und der aus Begehren nach Gewinn, Ehre und Ruhm die Abgeschiedenheit meidet, einsame Waldplätze meidet und der in Dorf, Stadt oder königlicher Residenz seinen Aufenthalt nimmt. Daher, Nāgita, bin ich mit dem Dorfleben dieses Mönches nicht zufrieden.

Da, Nāgita, bemerke ich einen im Walde lebenden Mönch, dem Gewänder, Almosenspeise, Lagerstatt und die nötigen Arzneimittel zuteil werden und der, Gewinn, Ehre und Ruhm verschmähend, die Abgeschiedenheit nicht meidet, nicht die einsamen Waldplätze meidet. Daher, Nāgita, bin ich mit dem Waldleben dieses Mönches zufrieden.

Zu einer Zeit, Nāgita, wo ich auf der Straße wandere und niemanden vor mir und hinter mir sehe, zu einer solchen Zeit, Nāgita, fühle ich mich wohl, und sei es bloß beim Verrichten der Notdurft.“