Die Fragen des Königs Milinda

Teil 3: Lösungen der Zweifel

Kapitel 6

3.6.3. Buddhas Eigenart

Der König sprach: „Ist es wohl wahr, ehrwürdiger Nāgasena, daß der Buddha die zweiunddreißig Merkmale eines großen Mannes und die achtzig kleineren Merkmale besaß und daß seine Haut von goldener Farbe war und gleichsam wie Gold leuchtete, und daß ihn ein Schein umgab, der sechs Ellen Ausdehnung hatte?“

„Ja, o König, das ist wahr.“

„Dann besaßen wohl, o Herr, auch seine Eltern diese Eigenschaften?“

„Nein, keineswegs, o König.“

„Wenn dem so ist, o Herr, dann erscheint ein Buddha nicht mit diesen Eigenschaften. Denn ein Sohn gleicht doch seiner Mutter oder ihren Verwandten, oder dem Vater oder dessen Verwandten.“

Der Ordensältere sprach: „Gibt es wohl, o König, irgend eine Lotusblume mit hundert Blütenblättern?“

„Gewiß, o Herr.“

„Wo aber entsteht dieselbe?“

„Im Schlamme entsteht sie und gedeiht im Wasser.“

„Gleicht nun etwa, o König, diese Lotusblume in Farbe oder Geruch oder Saft dem Schlamme?“

„Nein, o Herr.“

„Oder dem Wasser?“

„Auch das nicht, o Herr.“

„Ebenso auch, o König, besaß der Erhabene die zweiunddreißig Merkmale eines großen Mannes sowie die achtzig kleineren Merkmale, und seine Haut war von goldener Farbe und leuchtete gleichsam wie Gold, und ein Schein umgab ihn, der sechs Ellen Umfang hatte, obzwar seine Eltern keineswegs diese Eigenschaften besaßen.

„Klug bist du, ehrwürdiger Nāgasena!“