Die Fragen des Königs Milinda
Teil 7
Kapitel 2
7.3.2. Der Lotus
„Drei Eigenschaften des Lotus, sagst du, ehrwürdiger Nāgasena, habe man anzunehmen: welches sind diese?“
„Gleichwie, o König, der Lotus, obgleich im Wasser entstanden, im Wasser groß geworden, dennoch vom Wasser unbenetzt bleibt: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, allerwärts (von Leidenschaften) unberührt bleiben, sei es hinsichtlich der Familien, oder seiner Schüler, oder erhaltener Gaben, oder hinsichtlich des Ruhmes, der Ehrenbezeigungen, oder der Bedarfsartikel, deren er sich bedient. Das, o König, ist die erste Eigenschaft des Lotus, die er anzunehmen hat.
Wie ferner, o König, der Lotus, über das Wasser sich erhebend, stehen bleibt: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, die ganze Welt überwindend und sich über sie erhebend im überweltlichen Gesetze verweilen. Das, o König, ist die zweite Eigenschaft des Lotus, die er anzunehmen hat. Wie ferner, o König, der Lotus sich schon beim geringsten Winde bewegt und erzittert: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, schon den geringsten Leidenschaften sich verschließen und darin eine Gefahr erblicken. Das, o König, ist die dritte Eigenschaft des Lotus, die er anzunehmen hat. Auch der Erhabene, o König, der Gott der Götter, hat gesagt: ‚In den geringsten Vergehen Gefahr erblickend, übt euch in den auf euch genommenen Übungsregeln!‘“ (Häufig in den Texten)