Die Fragen des Königs Milinda

Teil 7

Kapitel 6

7.7.4. Der Wald

„Fünf Eigenschaften des Waldes, sagst du, ehrwürdiger Nāgasena, habe man anzunehmen: welches sind diese?“

„Gleichwie, o König, der Wald den unreinen Menschen ein Versteck bietet: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, die Vergehen und Fehltritte der anderen geheim halten, nicht bekannt machen. Das, o König, ist die erste Eigenschaft des Waldes, die er anzunehmen hat.

Wie ferner, o König, der Wald nicht von Menschen überfüllt ist: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene sich leer halten von Gier, Haß und Verblendung, frei von Dünkel und dem Netze der Ansichten, frei von allen Leidenschaften. Das, o König, ist die zweite Eigenschaft des Waldes, die er anzunehmen hat.

„Wie ferner, o König, der Wald abgeschieden liegt und frei ist vom Menschengedränge so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, entrückt sein den üblen, unheilsamen und unedlen Dingen. Das, o König, ist die dritte Eigenschaft des Waldes, die er anzunehmen hat.

Wie ferner, o König, der Wald still und lauter ist: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, still und lauter sein, befriedet, frei von Dünkel und Heuchelei. Das, o König, ist die vierte Eigenschaft des Waldes, die er anzunehmen hat.

„Wie ferner, o König, der Wald von edlen Menschen aufgesucht wird: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, von edlen Menschen aufgesucht werden. Das, o König, ist die fünfte Eigenschaft des Waldes, die er anzunehmen hat.

Auch der Erhabene, o König, der Gott der Götter, sagt in der hehren Samyutta-Sammlung:

Den Abgeschiedenen, den Edlen,
Die selbstvertieft, voll Streben sind,
Allzeit von hoher Kraft beseelt,
Solch' Weisen schließe man sich an.“