Die Fragen des Königs Milinda

Teil 7

Kapitel 6

7.7.5. Der Baum

„Drei Eigenschaften des Baumes, sagst du, ehrwürdiger Nāgasena, habe man anzunehmen: welches sind diese?“

„Gleichwie, o König, der Baum Blüten und Früchte trägt: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, gesegnet sein mit den Blüten der Erlösung, gesegnet mit den Früchten der Asketenschaft. Das, o König, ist die erste Eigenschaft des Baumes, die er anzunehmen hat.

Wie ferner, o König, der Baum den ihn aufsuchenden Menschen Schatten bietet: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, gegen die Menschen, die ihn aufsuchen und zu ihm kommen, sich liebevoll erweisen, sei es durch weltliche Hilfe oder durch geistigen Beistand. Das, o König, ist die zweite Eigenschaft des Baumes, die er anzunehmen hat.

Wie ferner, o König, der Baum hinsichtlich seines Schattens keinen Unterschied macht: so auch soll der Yogi, der Yogabeflissene, bei keinem von allen den Wesen einen Unterschied machen und soll selbst gegen Räuber und Diebe, Mörder und Feinde genau dieselbe Liebe entfalten wie gegen sich selber, denkend: ‚Ach, möchten doch diese Wesen frei sein von Haß und Bedrückung, und ein leidloses, glückliches Leben führen!‘ Das, o König, ist die dritte Eigenschaft des Baumes, die er anzunehmen hat. Auch der Ordensältere Sāriputta, o König, der Feldherr des Gesetzes, hat gesagt:

Sei's auch der Mörder Devadatta,
Der Raubmörder Angulimāl,
Sei's Dhanapāl, sei's Rāhula,
Zu allen ist der Buddha gleich.“