Theragāthā
Die Lieder der Mönche
Zehner-Bruchstück
10.1. Kāludāyī
Es glühen hellrot jetzt die Bäume, Herr,
sie tragen Frucht, das Blätterdach entlaubt!
Die glühend Flammenden, sie wollen sagen:
„Zeit ist es, großer Held, Erlösung auszukosten.“Die blüh’nden Bäume, die den Geist erfreu’n,
allüberall sie senden Düfte aus,—
will lassen das Erlangte, Frucht nicht wünschen,
jetzt ist die Zeit, um fortzugehen, Held!Es ist jetzt nicht zu kalt und nicht zu heiß,
die rechte Jahreszeit zum Wandern, Herr,—
sie mögen sehen Dich, die Sakyer, Kolyer,
wenn Du die Rohini im Westen überquerst.Mit Hoffen wird gepflügt das Feld,
die Saat mit Hoffen wird gesät,
mit Hoffen geht man Handel ein,
der Ozean an Reichtum bringt,—
bei welchem Hoffen fest ich stehe,
dies Hoffen möge mir gedeihen.Ach, immer wieder säen sie die Saat,
ach, immer wieder regnet Götterkönig,
ach, immer wieder Pflüger pflügen Felder,
ach, immer wieder kommt das Reich zu Reichtum!Ach, immer wieder gehn umher die Bettler,
ach, immer wieder geben Gabenherren,
ach, immer wieder, wenn die Gabenherren gegeben,
ach, immer wieder gehen sie zum Himmelsort!Der Held gewiß das Wesensjoch erkennt,
in welchem Stamm er wird gebor’n, der Weise—
„ich denke ICH“—so geht der Göttergott,
durch den gebor’n des Muni Wahrheitsname.Suddhodano der Vater hieß des großen Weisen,
des Buddho Mutter aber trug den Namen Māyā,—
sie nahm das Buddhawesen auf in ihren Schoß,
und als ihr Körper brach, sie freute sich im Himmel.Als Gotami gestorben, ging sie fort von hier,
mit Himmelssinnenlüsten war sie reich begliedert,
sie freute sich an den fünf weiten Sinnesbahnen,
umgeben glücklich von den hohen Götterscharen.Des Buddho Sohn bin ich, Unmögliches erreichend,
des unvergleichlichen Angīraso,
des Vaters Vater bist du wahrlich mir, o Sakka,
bist eigentlich, o Gotama, Großvater mir.