Theragāthā
Die Lieder der Mönche
Zehner-Bruchstück
10.2. Ekavihāriyo (der Alleinlebende)
Nicht vor mir und nicht hinter mir,
wenn keinen anderen es gibt:
wie äußerst angenehm ist das
dem, der allein im Walde lebt!Darum werd’ ich alleine geh’n
in tiefen Wald, Buddhagelobt,
so wohl dem, der alleine lebt,
dem Mönch, der in sich selbst nur strebt.Ach, wie tut Yogi-Freude wohl,
wenn man dem Elefanten folgt!
Allein, den Sinn erlebend, rasch,
werd’ treten ich in tiefen Wald.Im aufgeblühten kühlen Wald,
im Kühlen einer Bergeshöhle,
wenn ich die Gliederfeucht benetzt,
werd’ auf und ab ich geh’n allein.Für mich allein, ganz ohne zweiten,
im wunderbaren großen Wald:
wann werde ich dorteinmal leben
vollendet ganz, von Einfluß frei?So möge mir, der handeln will,
der tiefe Wunsch alsbald gelingen!
Bemühen will ich redlich mich,
kein andrer tut für andern was.Ich lege mir den Panzer an,
betreten werde ich den Wald,
nicht eher wieder aus ihm gehn,
bis ich erreicht das Einfluß-Ende.Im Winde, der mich dort umweht,
im kühlen, Wohldufttragenden,
Unwissen werde ich zerbrechen,
im Stillsitz einer Bergesspitze.Im Wald, von Blütenganz bedeckt,
im Kühlen einer Bergesgrotte,
mit tiefem Freiheitsglück beglückt,
bin froh ich in der Bergeshöhle.Vollendet bin ich im Entschluß,
gleichwie der Mond am Vollmondtag,—
All-Einfluß hab ichüberwunden,
nicht ist jetzt mehr ein Wiederwerden.