Theragāthā

Die Lieder der Mönche

Zehner-Bruchstück

10.7. Gotamo

Er mög’ erschließen sich den Sinn,
betrachten dann gesproch’nes Wort:
was hier und heute auf ihn paßt,
der zum Asketentum gekommen.

Er suche hier den guten Freund
und nehme auf das weite Übungsfeld
und wünsche, von Verehrten viel zu hören:
das ist für den Asketen passend.

Den Buddhas zolle er Verehrung,
beim Dhammo habe er Respekt,
den Sangho seh’ er voller Achtung!
Das ist für den Asketen passend.

Am Gutverhalten angebunden,
rein der Erwerb, untadelhaft,
im Geiste tief in sich gegründet,
das ist für den Asketen passend.

Zu vieles Handeln er vermeide,
sei ruhig in der Leibbewegung,
schließ’ an den hohen Geist sich an:
das ist für den Asketen passend.

Im Wald geleg’ne Lager-Sitze,
fern abgelegen, ringsum still,
zu teilen nur mit einem Muni:
das ist für den Asketen passend.

Die Tugend und die weite Wahrheit,
der Lehren tiefes, wirkliches Ergründen,
der Wahrheiten volles Erfassen:
das ist für den Asketen passend.

Entfalten mag er: „Nichtbeständig!“
Und den Gedanken: „Nicht das Selbst!“ und „Unrein!“
Und an der Welt das Nichterfreutsein!
Das ist für den Asketen passend.

Entfalten die Erwachungsglieder,
die Pfade inn’rer Macht, die Sinneskräfte,
den achtgliedrigen, edlen Weg:
das ist für den Asketen passend.

Den Durst, den gebe auf der Muni,
samt Wurzeln rode er die Einflüsse,
er lebe ganz in sich befreit:
das ist für den Asketen passend.