Theragāthā

Die Lieder der Mönche

Siebener-Bruchstück

7.5. Sarabhango (Schilfbrecher)

Das Schilf mit Händen brach ich los,
zerschnitt es, baute eine Hütte,—
darum sie gaben „Schilfbrecher“
als Namen mir, mich zu benennen.

Nicht ziemt es sich mir heute mehr,
das Schilf mit Händen loszubrechen,—
ist nicht der Übungsweg erklärt
von Gotamo, so reich an Ruhm?

Die ganze ausgemachte Krankheit
als Schilfbrecherich sah nicht früher,—
hab diese Krankheit nun durchschaut
beim Worterfüller-Übergott.

Auf welchem Weg gegangen ist Vipassī,
auf welchem Weg auch Sikhī und Vessabhū,
Kakusandho, Konāgamano und Kassapo:
auf dem ging immer grade aus auch Gotamo.

Befreit vom Durst und frei vom Haften,
sind sieben Buddhas abgetaucht,—
sie haben aufgezeigt den Dhammo,
sind selbst zum Dhammo ganz geworden.

Die vier der edlen Wahrheiten,
aus Mitgefühl mit allen Wesen:
das Leiden, das Entstehn, der Weg,
das Ende, Leidensuntergang.

Aus wem das Leiden sich entwindet,
das im Samsāro endlos hält,
für den ist beim Zerfall des Körpers,
bei Trockenwerden dieses Lebens
ein andres Wiederwerden nicht:
„Befreit nun bin ich ganz und gar!“