Theragāthā

Die Lieder der Mönche

Achter-Bruchstück

8.1. Mahākaccāyano

An Tat nicht viel er möge machen,
das Volk er möge meiden, nicht hinausgehn,—
wer eifrig ist, Geschmack er giert,
verläßt das Wohl, das Glück nur bringt.

„Das ist nur Staub!“ erkannte ich,—
Gruß und Verehrung bei Familien
gleicht feinem Pfeil, schwer zu entfernen.
Schwer ist zu lassen Gastfreundschaft bei Schlechten.

Mit anderm nicht vergleiche man
die schlechte Tat des Sterblichen,—
man sollte dieser selbst nicht folgen,
als Tatverwandter einer Mutter.

Nicht durch das Wort sind andre Räuber
nicht durch das Wort sind andre Muni—
erst wenn das eigne SELBST verschwindet,
erfahren es die Götter dann.

Die anderen begreifen nicht:
„Laßt uns den Tod hier immer sehn!“
Doch denen, die begreifen dort,
die Kämpfe werden endlich still.

Er lebt jetzt als ein Weiser nur.—
Hat einer Reichtum fahren lassen
und tiefe Weisheit nicht erlangt,
lebt er im wahren Reichtum nicht.

Ja, alles hört er mit dem Ohr,
ja, alles sieht er mit dem Auge,—
was er gesehn, gehört, der Weise,
verdient er, alles nicht zu lassen?

Der Sehende ist ihm wie blind,
der Hörende ist ihm wie taub,
der Weisheitsvolle ihm wie stumm,
der Starke wie ein Schwächling nur,—
und dann beim aufgesprungnen Sinn
er möge ruhn, als schliefe er.