Vimānavatthu
Wege zum Himmel
64. (V, 14): Der große Wagen
Moggallāna:
Bestiegen hast du diesen prächt’gen Flieger,
mit Rossen tausendjochig schön bespannt,
zur Stätte hin des Parkes grade eilend,
gleichst Vāsava du, der da Mauern stürzt.Des Wagens beide Planken sind aus Gold,
sind ausgestattet noch mit Borten, Ecken,
Handwerker scheinen gut gemacht die Pfosten,
so leuchtet er gleichwie der volle Mond.Der Wagen da, bedeckt mit goldnen Netzen,
mit vielerlei Juwelen ausgeschmückt,
ertönt er angenehm und wunderschön wohl,
mit vielen Fächer-Armen strahlt er.Die Naben, magisch geistgebildet,
verzieret mitten zwischen Wagens Rädern,
geschmückt sind sie mit hundert Strichen
und leuchten hell, gleichwie der Donn’rer blitzt.Zahllos der Schmuck, der ihn verzieret,
breit ist die Felge, tausendfach die Strahlen,
da tönt es lieblich, schön zu hören,
gleichwie Musik im Fünferspiel gespielt.Die Vorderfront verziert mit Mondjuwelen,
in Reinheit funkeln, glitzern diese ständig,
mit Streifen Gold verzieret, abwechselnd
mit Streifen von Beryll erglänzend.Die Rosse auch verziert mit Mondjuwelen,
die Nacken hoch, sind sie geschwind wie Brahma,
gar mächtig groß und stark, von größter Schnelle,
erkennend deinen Geist, sie folgen willig.Die tausend Rosse, sie mit allen Beinen,
erkennend deinen Geist, sie folgen willig,
gleichmäßig ziehend, sanft und ruhig,
so freun sie sich daran, ganz schnell zu fahrn.Kopfhoch sie galoppieren oder springen,
und ihr Gezier, es klingelt und es läutet.
Da tönt es lieblich, schön zu hören,
gleichwie Musik im Fünferspiel gespielt.Der Klang des Wagens und auch seines Zierrats,
der Hufe donnern und der Pferde Wiehern,
solch Töne klingen lieblich schön zusammen,
wie Gandhabba-Musik in schönsten Grotten.Rehäugig Nymphen stehen in den Wagen,
mit dicken Brauen, lächelnd, lieblich redend,
mit zarter Haut, gekleidet in Beryll,
von Gandhabbas und Suras hoch verehrt.Die Kleider, die sie tragen, rote, gelbe,
mit großen Augen, rot gefärbt besonders,
hochwohlgeboren, schlank und lächelnd lieblich,
im Wagenstehend, handgrußwürdig.Mit ihrem goldnen Schmucke, schön gekleidet,
die Hüften und die Brüste wohlgeformt,
die Finger rund, das Antlitz lieblich,
im Wagen stehend, handgrußwürdig.Und andre, jung, das Haar geflochten,
gleichmäßig da verteilter Haarschmuck leuchtet,
so wie der Geist sie liebt, gehorsam,
im Wagen stehend, handgrußwürdig.Ins Haar geflochten Lotos, rote, blaue,
geschmückt, nach feinstem Sandel duftend,
so wie der Geist sie liebt, gehorsam,
im Wagen stehend, handgrußwürdig.Von Lotos Kränze tragend, rote, blaue,
geschmückt, nach feinstem Sandel duftend,
so wie der Geist sie liebt, gehorsam,
im Wagen stehend, handgrußwürdig.Schmuckstücke tragen sie am Hals,
an Händen, Füßen und am Kopfe,
in jeder Richtung leuchten sie,
wie Sonn im Herbst am Himmel klar.Wenn Wind sich regt, bewegt sich alles,
die Reifen an den Armen, aller Schmuck,
ergebend einen Klang, gefällig, rein und schön
für alle, die verständig, hörenswert.Lustgarten: da auf beiden Straßenseiten
stehn Wagen, Elefanten, Instrumente,
die machen froh dich, Götterkönig,
wie eine Laute ja mit ihrem Ton.Die vielen, schöngeformten, lieblich Lauten,
das Herz bewegen sie und lassen’s jubeln,
und zwischen Lotossen herum da wandern
die Nymphen frei, die wohlgeübten Mädchen.Was da gesungen wird, was da gespielt,
was da getanzt, es scheint nur eines.
Die Nymphen tanzen hier und tanzen da,
die besten Frauen, allseits strahlend.Da freust du dich, erweckt von dem Orchester,
verehrt, als wärst der mit dem Donnerkeil.
Und diese vielen schöngeformten lieblich Lauten,
dein Herz bewegen sie und lassen’s jubeln.Was für ein Werk hast früher du gewirkt,
als Mensch du warst, als du zuletzt geborn?
Wie hast den Feiertag du einst begangen,
an welch rechten Wandel und Gehabe dich erfreut?Nicht kann gering dein Wirken sein gewesen,
nicht gut verbrachte Feiertage nur.
Die Macht und die Magie von dir ist so gewaltig,
dass Götterschar sie überstrahlt beträchtlich.Ist dies die Frucht des Gebens nun?
Ist es von Tugenden die Frucht?
Ist es vom Handgruß dir erwirkt?
So frag ich, sage es mir an.Sprecher:
Der Göttersohn, im Geist beglückt,
als Moggallāna ihn befragt,
erklärt auf seine Frage ihm,
welch Wirken diese Frucht erzeugt.Gopāla:
Der seine Sinne hat besiegt, Kassapa Buddha,
energisch, bester Mann, der Charaktere Spitze:
das Tor zum Todlosen hatt er geöffnet wieder,
der Übergott, dem hundertfach Verdienst gezeichnet.Ich sah ihn als den Elefant, der Fluten kreuzt,
sein Körper war vergleichbar strahlend nur dem Gold,
als ich ihn sah, sofort mein Geist war da gereinigt,
ihn sehend, der, was wohlgesprochen, hat als Flagge.Ihm gab ich Essen, Trinken, Kleidung,
das beste, reinste an Geschmack erhielt er
in meinem Haus, das war mit Blumen wohl geschmückt,
von mir, er, der im Geiste ungebunden.Nachdem mit Essen, Trinken, Kleidung,
mit Speis und Trank und Unterkunft
ich hatt versorgt den besten der Zweifüßer,
erfreu ich in der Götterstadt, in Himmeln mich.Durch dieses Mittel, mit dem riegellosen Opfer,
dem Opfer, das da dreifach ist gereinigt,
nachdem ich abgelegt die sterblich Menschenhülle,
erfreue in der Götterstadt ich mich gleich Indra.Wer Lebenskraft und Schönheit, Wohl und Kraft,
wer solche Vorzüge sich wünschen mag, o Denker,
soll geben reichlich Speis und Trank, gut zubereitet,
an einen Menschen, der im Geiste ungebunden.In dieser Welt, in jener Welt bestehet keiner,
der einem Buddha wäre gleich, geschweige besser.
Wer wünscht Verdienst, wer reiche Frucht erwartet,
bei Buddha ist am besten Opfer, Spende.