Aṅguttara Nikāya
Das Vierer-Buch
157. Asketenkrankheiten
Zweierlei Krankheiten gibt es, ihr Mönche. Welche beiden?
- Die Krankheit des Körpers und
- die Krankheit des Geistes.
Man trifft wohl Wesen, ihr Mönche, die sich für ein Jahr von körperlicher Krankheit frei wissen, auch für zwei, drei, vier oder fünf, selbst für zehn, für zwanzig, dreißig, vierzig oder fünfzig Jahre, ja gar für hundert Jahre und noch länger. Doch solche Wesen, ihr Mönche, trifft man schwerlich in der Welt, die sich von der Krankheit des Geistes auch nur für einen Augenblick frei wissen, es seien denn Triebversiegte.
Vier Krankheiten gibt es, ihr Mönche, für einen in die Hauslosigkeit Hinausgezogenen. Welche vier?
Da, ihr Mönche, ist ein Mönch
- maßlos im Begehren und verdrossen; was auch immer er an Bedarfsgegenständen erhält, wie Gewand, Almosenspeise, Lagerstatt und Arznei, damit ist er unzufrieden.
- Derart maßlos im Begehren, verdrossen und unzufrieden mit den erhaltenen Bedarfsstücken, hegt er den üblen Wunsch, sich Ansehen, Gewinn, Ehre und Ruhm zu verschaffen.
- Und er strengt sich an, bemüht sich, strebt danach, Ansehen, Gewinn, Ehre und Ruhm zu erlangen.
- Voller Berechnung begibt er sich zu den Familien, voller Berechnung setzt er sich nieder, voller Berechnung trägt er die Lehre vor, voller Berechnung unterdrückt er die Notdurft.
Diese vier Krankheiten, ihr Mönche, gibt es für einen, der in die Hauslosigkeit hinausgezogen ist.
So hat man denn, ihr Mönche, danach zu streben:
- ‚Nicht wollen wir maßlos sein im Begehren,
- nicht verdrossen, sondern zufrieden mit allem, was auch immer wir an Bedarfsgegenständen erhalten, wie Gewand, Almosenspeise, Lagerstatt und Arznei.
- Nicht wollen wir den üblen Wunsch hegen, uns Ansehen, Gewinn, Ehre und Ruhm zu verschaffen.
- Nicht wollen wir uns anstrengen, uns darum bemühen und danach streben, Ansehen, Gewinn, Ehre und Ruhm zu erlangen.
- Geduldig; wollen wir Hitze und Kälte ertragen, Hunger und Durst sowie Belästigung durch Bremsen, Stechmücken, Wind, Sonne und Kriechtiere.
- Standhaft ertragen wollen wir gehässige und unliebsame Worte sowie aufsteigende körperliche Schmerzgefühle, scharfe, stechende, brennende, beschwerliche, unangenehme und lebensgefährliche.‘
Danach, ihr Mönche, habt ihr zu streben!