Aṅguttara Nikāya

Das Sechser-Buch

37. Sechs Vorzüge beim Almosengeben

Einst weilte der Erhabene im Jetahaine bei Sāvatthī, im Kloster des Anāthapindika. Damals nun wartete die Laienjüngerin Nantamātā aus Velukantaka der Mönchsgemeinde, mit Sāriputta und Moggallāna an der Spitze, mit einer von sechs Vorzügen begleiteten Almosenspende auf. Dies aber schaute der Erhabene mit dem himmlischen Auge, dem geklärten, übermenschlichen, und es schauend wandte er sich an die Mönche und sprach:

„Diese Laienjüngerin Nandamātā aus Velukantaka, ihr Mönche, wartet der Mönchsgemeinde, mit Sāriputta und Moggallāna an der Spitze, mit einer Almosenspende auf, die von sechs Vorzügen begleitet ist.“

„Wie aber ist eine von sechs Vorzügen begleitete Almosenspende beschaffen? Da, ihr Mönche, eignen drei Vorzüge dem Geber und drei Vorzüge eignen den Empfängern.“

„Welches aber sind die drei Vorzüge des Gebers? Da ist der Geber schon vor dem Geben frohgestimmt, während des Gebens erheitert sich sein Geist, und nach dem Geben fühlt er sich zufrieden. Das sind die drei Vorzüge des Gebers.“

„Welches aber sind die drei Vorzüge der Empfänger? Da sind die Empfänger der Gier entronnen oder auf dem Wege, der Gier zu entrinnen; sie sind dem Hasse entronnen oder auf dem Wege, dem Hasse zu entrinnen; sie sind der Verblendung entronnen oder auf dem Wege, der Verblendung zu entrinnen. Das sind die drei Vorzüge der Empfänger.“

Somit also eignen dem Geber drei Vorzüge, und drei Vorzüge eignen den Empfängern. Insofern, ihr Mönche, ist eine Almosenspende von sechs Vorzügen begleitet.

Schwerlich, ihr Mönche, kann man das Verdienst der von den sechs Vorzügen begleiteten Almosenspende ermessen. Gleichwie es, ihr Mönche, nicht möglich ist, das Wasser des großen Meeres zu messen und zu sagen, es seien so und so viele Schöpfmaße Wasser oder so und so viele hundert, tausend oder hunderttausend Schöpfmaße Wasser, sondern es eben als eine unermeßliche, grenzenlose, gewaltige Wassermasse rechnet: ebenso auch, ihr Mönche, kann man schwerlich das Verdienst der von sechs Vorzügen begleiteten Almosenspende ermessen und sagen, so und so groß sei der Strom des Verdienstes, der Strom des Heilsamen, der segenbringende, himmlische, glückerzeugende, himmelwärts leitende, der zu Erwünschtem, Erfreulichem, Angenehmem führt, sondern es rechnet eben als eine unermeßliche, grenzenlose, gewaltige Fülle des Verdienstes.

Wenn vor dem Geben man sich freut,
und heiteren Sinns ist, wenn man gibt,
und nach dem Geben glücklich ist,
so ist das Geben ein Gewinn.

In denen Gier und Haß und Wahn
und alle Triebe sind versiegt,
die selbstgezügelt sind und keusch,
die sind der Gaben bestes Feld.

Wer, wenn er sich gewaschen rein
mit eigner Hand die Gabe reicht,
dem bringt solche Spende dann
in spätren Zeiten hohen Lohn.

Wer solche gute Gabe gibt,
Freigebig und vertrauensvoll,
ein weiser und verständiger Mann,
eilt hin zu leidlos-seliger Welt.“