Theragāthā

Die Lieder der Mönche

Dreizehner-Bruchstück

13.1. Sono Koliviso

Der in dem Reiche war verherrlicht,
des Königs Ango Diener nur,
heut’ bei den Lehren wird verherrlicht:
Sono, des Leidens Jenseitsgänger.

Fünf spalte ab, fünf lasse los,
fünf weitere entfalte dir,—
ein Mönch, der die fünf Fährten sieht,
wird „Flut-Entkomm’ ner“ wohl genannt.

Dem aufgeblas’nen, lässigen,
dem außen wünschenden Bhikkhu
die Tugend, Sammlung, Weisheit auch
zu der Vollendung nicht gelangt.

Was da zu tun, wird abgelehnt,
was nicht zu tun, das wird gemacht,—
den Aufgeblas’nen, Lässigen,
die Einflußmächte wachsen an.

Bei welchen aber, recht begonnen,
die Sati stets zum Körper geht:
was nicht zu tun, wird nicht verfolgt,
ausdauernd tun sie, was zu tun.
Bei denen, die bewußt und achtsam,
gehn Einflüsse zum Guten hin.

Auf gradem Wege, dem erklärten,
geht nur voran, kehrt niemals um!
vom SELBST her sporn’ das Selbst man an,
Nibbānam kann gewonnen werden.

Bei allzu überspannter Tatkraft,
der Lehrer, in der Welt der höchste,
das Lautengleichnis er mir gab,
wies so die Lehre auf, der Seher.

Als dessen Wort ich angehört,
lebt’ ich an seiner Weisung froh,—
zur inn’ren Stille bracht’ ich mich,
zum höchsten Ziel drang ich hindurch:
drei Wissen sind von mir erlangt,
getan des Buddho Weisung ist.

Wer der Entsagung hingegeben,
der Einsamkeit tief im Gemüt,
wer der Nichtfeindschaft hingegeben,
und auch des Lebensbrennstoffs Ende,—

Wer dem Durst-Ende hingegeben,
und auch dem Nichtverblendungsgeist,—
wer sah des Sinnenreichs Erscheinen:
der wird im Herzen recht befreit.

Für den, der wirklich recht befreit,
für den im Herzen stillen Mönch,
häuft sich Getanes nicht mehr an,
und Pflichten gibt es auch nicht mehr.

Gleichwie der Felsen einzig fest
vom Winde nicht erschüttert wird,
so sind die Form, Geschmack und Ton,
Geruch, Berührung und das alles.

Erwünschte Dinge, unerwünschte,
nicht gehen einen solchen an,—
sein Herz steht fest, ist ganz entjocht,
Vergehen sieht es überall.