Theragāthā

Die Lieder der Mönche

Zwanziger-Bruchstück

16.7. Bhaddiyo (der Glückerfüllte)

Da war auf Elefantennacken
ein feines Tuch mir ausgebreitet,—
ich habe guten Reis gegessen,
mit klarer Brühe übergossen.

Heut lebt im Glück beharrlich er,
mit seiner Sammelschale froh,
Vertiefung übt er, nicht mehr haftend,
der Sohn der Godhā, Bhaddiyo.

Staublumpen trägt beharrlicher,
mit seiner Sammelschale froh,
Vertiefung übt er, nicht mehr haftend,
der Sohn der Godhā, Bhaddiyo.

Um Gaben geht beharrlich er,
mit seiner Sammelschale froh,
Vertiefung übt er, nicht mehr haftend,
der Sohn der Godhā, Bhaddiyo.

Drei Roben trägt beharrlich er,
mit seiner Sammelschale froh,
Vertiefung übt er, nicht mehr haftend,
der Sohn der Godhā, Bhaddiyo.

Im Gleichschritt geht beharrlich er,
mit seiner Sammelschale froh,
Vertiefung übt er, nicht mehr haftend,
der Sohn der Godhā, Bhaddiyo.

Alleine sitzt beharrlich er,
mit seiner Sammelschale froh,
Vertiefung übt er, nicht mehr haftend,
der Sohn der Godhā, Bhaddiyo.

Die Brocken kriegt beharrlich er,
mit seiner Sammelschale froh,
Vertiefung übt er, nicht mehr haftend,
der Sohn der Godhā, Bhaddiyo.

Nie ißt zu spät beharrlich er,
mit seiner Sammelschale froh,
Vertiefung übt er, nicht mehr haftend,
der Sohn der Godhā, Bhaddiyo.

Im Walde lebt beharrlich er,
mit seiner Sammelschale froh,
Vertiefung übt er, nicht mehr haftend,
der Sohn der Godhā, Bhaddiyo.

Am Baume sitzt beharrlich er,
mit seiner Sammelschale froh,
Vertiefung übt er, nicht mehr haftend,
der Sohn der Godhā, Bhaddiyo.

Lebt unterm Himmelsraum beharrlich,
mit seiner Sammelschale froh,
Vertiefung übt er, nicht mehr haftend,
der Sohn der Godhā, Bhaddiyo.

Lebt auf dem Leichenfeld beharrlich,
mit seiner Sammelschale froh,
Vertiefung übt er, nicht mehr haftend,
der Sohn der Godhā, Bhaddiyo.

Nimmt jeden Lumpensitz beharrlich,
mit seiner Sammelschale froh,
Vertiefung übt er, nicht mehr haftend,
der Sohn der Godhā, Bhaddiyo.

Sitzt ohne Pause stets beharrlich,
mit seiner Sammelschale froh,
Vertiefung übt er, nicht mehr haftend,
der Sohn der Godhā, Bhaddiyo.

Hat wenig Wünsche nur beharrlich,
mit seiner Sammelschale froh,
Vertiefung übt er, nicht mehr haftend,
der Sohn der Godhā, Bhaddiyo.

Ist ganz zufrieden stets beharrlich,
mit seiner Sammelschale froh,
Vertiefung übt er, nicht mehr haftend,
der Sohn der Godhā, Bhaddiyo.

Lebt abgeschieden ganz beharrlich,
mit seiner Sammelschale froh,
Vertiefung übt er, nicht mehr haftend,
der Sohn der Godhā, Bhaddiyo.

Liebt nicht Gemeinschaft ganz beharrlich,
mit seiner Sammelschale froh,
Vertiefung übt er, nicht mehr haftend,
der Sohn der Godhā, Bhaddiyo.

Setzt immer Tatkraft ein beharrlich,
mit seiner Sammelschale froh,
Vertiefung übt er, nicht mehr haftend,
der Sohn der Godhā, Bhaddiyo.

Ich ließ zurück den Schatz an Bronze,
das schwere Gold ließ ich zurück,
nahm eine Schale nur aus Ton
und wusch sie zweimal gründlich aus.

Ich schirmt’ mich ab mit hohem Zaun
und sicherte (überprüfte) die Speicher alle,
zum Schutz hielt ich ein Schwert in Händen,
nur voller Furcht ich lebte früher.

Und heute glücklich, unerschrocken,
ganz frei von Angst und jeder Furcht,
vertieft sich, in den Wald getaucht,
der Sohn der Godhā, Baddhiyo.

Auf Tugend gruppenfest mich gründend,
Sati und Weisheitrecht entfaltend,
erlangte ich so nach und nach
all meiner Fesseln Untergang.