Theragāthā
Die Lieder der Mönche
Sechser-Bruchstück
6.12. Brahmadatto (Brahmagegeben, Brahmagabe)
Wer ohne Zorn, woher noch Zorn?
Wer da gezähmt, gleichmäßig lebt,
wer durch Erkenntnisrecht befreit,—
wer ist wie dieser still geworden?Der macht sich eben dadurch schlechter,
wer einem Zorn entgegenzürnt,—
wer einem Zorn nichtgegenzürnt,
siegt in dem Kampf, schwer zu ersiegen.Zu beider Wohlsein lebt er da:
zum Wohl sich selbst und auch des andern,—
wenn er den anderen erregt erkennt
und achtsam dabei ruhig wird.
(Zum Wohl des Selbst und auch des Andern)Bei dem, der beider Heiler ist,
des Selbst und auch des Anderen,
die Leute denken: „Welch ein Tor!“
Die wahrlich nicht die Lehre kennen.Wenn einmal hochkommt dir der Zorn,
denk’ übers Sägegleichnis nach!
Kommt dir beim Schmecken auf die Gier,
erinn’re dich ans Sohnfleischgleichnis!Stürmt dir das Herz einmal davon
bei Sinnesreizen, Werdensdingen,
halt’ es mit Sati schnell zurück,
wie schlechtes Rind, das Korn verschlingt!