Therīgāthā
Die Lieder der Nonnen
Sechser-Bruchstück
6.1. FÜNFHUNDERT FRAUEN BEI PATĀCĀRĀ
„Den, dessen Weg du nicht erkennst,
der Angekomm’nen, der Gegang’nen,
den Sohn,—woher ist er gekommen?—
„Ach, du mein Sohn!“ beweinest du?Und wenn du dessen Weg erkänntest,
der angekommen, der gegangen,
du würdest um ihn trauern nicht:
so ist nun das Gesetz der Wesen.Gewünscht nicht, kam von dort er an,
ist unerlaubt von hier gegangen,—
woher er nun auch angekommen,
er blieb für kurze Tage nur.Von hier auf andern Weg gelangt,
von dort er wieder andern geht,—
als toter Geist in Menschenform
samsārakreisend wird er gehn:
wie er gekommen, so gegangen—
was soll da alles Klagen noch?“Du zogst den Pfeil mir wahrlich aus,
der, schwer zu sehn, im Herzen steckt,—
mir, die von Trauer überwältigt,
triebst du die Sohnestrauer aus.Bin heute von dem Pfeil befreit,
gestillt und ganz erloschen schon.
Zum Buddho, Dhammo und zum Sangho
ich geh zur Zuflucht, zu dem Muni.