Therīgāthā

Die Lieder der Nonnen

Sechser-Bruchstück

6.5. ANOPAMĀ (die Unvergleichliche)

In hohem Stande bin geboren,
mit viel Besitz und reichen Gütern,—
mit Schönheit an Gestalt versehn,
als Tochter Majjhas bin geboren.

Ersehnt bin ich von Königssöhnen,
von Reicher Söhnen heiß begehrt,—
zum Vater wurd’ geschickt ein Bote:
„Gebt mir Anopamā zu sehn!

So viel wie diese wert nun ist,
die Tochter dein, Anopamā:
Achtfaches werde ich dir geben
an Gold und an Juwelen auch.“

Da sah den ganz Erwachten ich,
den Weltbesten, unübertroffen,—
ich ehrte ihn zu seinen Füßen
und dann zur Seite stellt’ ich mich.

Er zeigte mir die Lehre auf,
aus Mitgefühl, der Gotamo,—
und als ich saß auf meinem Platz,
berührte ich die dritte Frucht.

Ich ließ die Haare schneiden ab,
zog fort in die Hauslosigkeit,—
und heut hab ich die siebente (siebte) Nacht,
daß aller Durst dahingewelkt.