Therīgāthā

Die Lieder der Nonnen

Sechser-Bruchstück

6.7. GUTTĀ (die Bewachte)

Ach, Guttā, warum zogst du fort?
Gabst Sohn und das Gehäufte auf?
Nur das noch immerzu entfalte:
nicht unter Herzensmacht gerate!

Vom Herzen sind getäuscht die Wesen,
an Märos Reich sind sie erfreut,—
im Vielgeburtenwandel kreisen
sie strömen hin—und wissen nichts.

Den Sinnenwillen, Abgestoßensein,
den Glauben an Persönlichkeit,
das Tugendregelwerk verfechten,
den Zweifel noch als fünftes dann:

hast alle diese Fesseln
du aufgegeben, Bhikkhunī,
die alle nur zum Diesseits führen,
wirst du hierher nicht wiederkehren.

Hast du den Reiz, den Stolz und falsches Wissen,
und inn’re Unruhganz gelassen,
die Fesseln alle durchgeschnitten:
dem Leid ein Ende wirst du machen.

Hast du entfernt Geburtenkreisen,
rundum erkannt das Wiederwerden:
Bist du JETZT schon ganz gestillt,
und friedvoll wirst du weiterleben.