Sutta Nipāta 4.2
Die Höhle (Guhatthaka-Sutta)
Gefangen in der Höhle (seines Leibs) und vielfach überdeckt,
Verharrt der Mensch, in Blendwerk tief versunken.
Von Losgelöstheit ist er wahrlich fern,
Denn Lüste sind nicht leicht zu lassen in der Welt.Den Wünschen hörig und gebunden an die Daseinsfreuden,
Gar schwer sind sie zu lösen, denn kein anderer löst sie.
Nach Früherem auch und Künftigem geht ihr Trachten,
Nach diesen jetzigen Lüsten, auch nach früheren verlangend.Die lustentbrannt, auf Lust bedacht, durch sie betört,
Die unbelehrbar, (da) an Schlechtes sie gewöhnt,
Wenn Leiden sie befällt, dann brechen sie in Klagen aus:
„Was wird aus uns, nachdem wir von hier abgeschieden?“Jetzt eben soll daher der Mensch sich üben:
Was immer in der Welt als ‚schlecht‘ bekannt,
Nicht soll ihn das bestimmen, schlecht zu handeln.
Denn kurz ist dieses Leben, sagen Weise.Ich sehe in der Welt dies Volk erzittern,
Von Gier ergriffen nach den Werde-Formen.
Niedrige Menschen, die im Todesrachen jammern,
Nicht läßt Begehren sie nach mannigfachem Dasein.Um das als ‚Mein‘ Geliebte sehet sie erzittern,
Wie Fisch in seichtem Wasser, in versiegtem Strom!
Wer dies gesehen, lebe ohne selbstisch Lieben,
Nicht Bindung für sich schaffend an die Daseinsformen.Von beiden Enden wende er den Willen,
Durch Sinnen-Eindrucks völliges Verstehen ohne Gier.
Wobei er selbst sich tadeln müßte, das nicht tuend,
Ist unbefleckt der Weise durch Gesehenes, Gehörtes.Wahrnehmung verstehend, kann die Flut er kreuzen,
Ein Muni, der von jedem Greifen unbefleckt.
Der, unermüdlich strebend, sich den Dorn entzogen,
Trägt nicht Verlangen mehr nach dieser Welt und jener.