Sutta Nipāta 1.2
Dhaniya (Dhaniya Sutta)
Bereitet ist mein Reis, gemolken ist die Milch,
Am Mahi-Ufer wohne ich gesellt den Meinen,
Die Hütte ist gedeckt, das Feuer brennt;
Wohlan, o Wolke, regne, wenn du willst!
Geschwunden ist mein Zorn, bin schlackenfrei,
Am Mahi-Ufer wohn' ich eine Nacht,
Die Hütte hat kein Dach, das Feuer ist gestillt
Wohlan, o Wolke, regne, wenn du willst!
Stechfliegen, Mücken sind hier nicht zu finden,
Die Rinder weiden auf dem frischen Wiesengras
Wenn Regen kommt, sie können ihn ertragen:
Wohlan, o Wolke, regne, wenn du willst!
Gebunden war das Floß, war wohl gefügt,
Flutüberwindend kam ich hin zum Anderen Ufer.
Da dies erreicht, tut nun kein Floß mehr not.
Wohlan, o Wolke, regne, wenn du willst!
Mein Weib ist fügsam und voll Züchten (alolo),
Seit langer Zeit mir teuere Gefährtin.
Nicht irgend Schlechtes höre ich von ihr:
Wohlan, o Wolke, regne, wenn du willst!
Mein Geist ist fügsam, er ist ganz befreit,
Seit langer Zeit durchaus entfaltet und bezähmt.
Nicht irgend Schlechtes findet sich in mir:
Wohlan, o Wolke, regne, wenn du willst!
Der Lohn aus eigner Arbeit fristet mir das Leben.
Die Söhne, bei mir lebend, sind gesund.
Nicht irgend Schlechtes höre ich von ihnen:
Wohlan, o Wolke, regne, wenn du willst!
Kein Löhnling bin ich irgend wem.
Von dem Erdienten lebend zieh ich durch die Welt.
Da dies erreicht, tut nun kein Lohndienst not:
Wohlan, o Wolke, regne, wenn du willst!
Ich habe Rinder, Kälber, die noch saugen,
Und trächtige Kühe, Zuchtvieh auch.
Ein Stier ist da, der Herr der Herde:
Wohlan, o Wolke, regne, wenn du willst!
Nicht hab ich Rinder oder Kälber, die noch saugen,
Nicht trächtige Kühe und kein Zuchtvieh auch.
Kein Stier ist da, der Herr der Herde:
Wohlan, o Wolke, regne, wenn du willst!
Eingetrieben, unbeweglich, sind die Pfähle,
Aus Munja-Gras sind neue Stricke fest geflochten.
Nicht werden Kälber sie zerreißen können:
Wohlan, o Wolke, regne, wenn du willst!
Gleichwie ein Stier, der seine Bande sprengt,
Dem Elefanten gleich, der Schlinggewächs durchbricht,
Geh' nie mehr in den Mutterschoß ich ein:
Wohlan, o Wolke, regne, wenn du willst!Niederung und Höhen überflutend,
Barst alsbald aus großer Wolke Regen.
Hörend, wie des Himmels Regen strömte,
Sprach nun Dhaniya dieses Wort:
Gar hoher Segen wurde uns zuteil,
Die wir erblicken durften den Erhabenen!
Zu Dir, o Klargeäugter, nehmen wir die Zuflucht!
Sei Du der Meister uns, o großer Muni!Mein Weib und ich, wir wollen treu ergeben
Bei dem Gesegneten den Reinen Wandel führen!
Zum Jenseits gehend von Geburt und Tod,
Ein Ende machen wollen wir dem Leid!
Es freut an seinen Kindern sich, wem Kinder eigen.
Der Herden-Eigner auch freut sich an seinen Kühen.
Denn, wahrlich, Lebensstützen sind des Menschen Freude!
Der hat nicht Freude, wer der Lebensstützen ledig!
Es sorgt um seine Kinder der, dem Kinder eigen.
Der Herden-Eigner auch, er sorgt um seine Kühe.
Denn, wahrlich, Lebensstützen sind des Menschen Sorge
Der hat nicht Sorge, wer der Lebensstützen ledig!